Seit Dienstagmorgen bleiben über 50 Schließfächer am Münchner Hauptbahnhof für Reisende unzugänglich. Ein technischer Defekt in der zentralen Steuerungseinheit hat die automatisierten Systeme lahmgelegt – betroffen sind vor allem die vielgenutzten Großfächer in Halle 1 und 2. Die Deutsche Bahn bestätigte gegen Mittag, dass Spezialisten vor Ort an einer Lösung arbeiten, doch eine konkrete Zeitplanung für die Wiederinbetriebnahme steht weiterhin aus. Für Pendler und Touristen, die auf die Gepäckaufbewahrung angewiesen sind, bedeutet das Chaos: Alternativen wie die manuell bedienten Fächer in den Nebenbereichen sind binnen Stunden überlastet.
Die Schließfach München Hbf-Störung trifft einen neuralgischen Punkt im Alltag tausender Menschen. Der Hauptbahnhof verzeichnet täglich bis zu 450.000 Besucher, viele davon nutzen die Schließfächer München Hbf für kurzfristige Gepäckdepots zwischen Zugfahrten oder Stadtbesichtigungen. Besonders kritisch wird die Situation für Reisende mit Anschlüssen: Wer sein Gepäck nicht wie geplant deponieren kann, muss improvisieren – oder riskiert, den nächsten Zug zu verpassen. Die Bahn rät betroffenen Kunden aktuell zu den Schließfachanlagen am Ostbahnhof auszuweichen, doch auch dort mehren sich die Wartezeiten.
Technische Panne legt Gepäckaufbewahrung lahm
Ein technischer Defekt in der zentralen Steuerungseinheit hat am Mittwochmorgen die Gepäckaufbewahrung am Münchner Hauptbahnhof teilweise lahmgelegt. Betroffen waren 52 der insgesamt 216 Schließfächer im Hauptgebäude, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte. Die Störung trat gegen 7:15 Uhr auf, als Reisende plötzlich keine Fächer mehr öffnen oder schließen konnten. Techniker vor Ort vermuten einen Kurzschluss in der Hauptverteilung, der die digitale Schließanlage außer Gefecht setzte.
Besonders problematisch: Die ausgefallenen Fächer gehörten zur neuesten Generation mit elektronischer Code-Eingabe. Ältere mechanische Modelle blieben funktionstüchtig. Laut Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Schließfachindustrie sind solche Störungen zwar selten, doch wenn sie auftreten, betreffen sie meist ganze Blöcke gleichzeitig. Im Schnitt kommt es bundesweit zu etwa 12 größeren Ausfällen pro Jahr – meist durch Überlastung der Stromnetze oder Softwarefehler.
Die Bahn reagierte mit einem Notfallplan. Servicekräfte richteten vor Ort einen Infopunkt ein, um betroffene Fahrgäste zu beraten. Wer sein Gepäck nicht erreichen konnte, erhielt auf Wunsch eine schriftliche Bestätigung für Versicherungszwecke. Gegen Mittag gelang es den Technikern, die Hälfte der gesperrten Fächer durch manuelle Überbrückung der Steuerung wieder zugänglich zu machen. Die vollständige Reparatur zog sich jedoch bis in die späten Abendstunden hin.
Für viele Pendler und Touristen bedeutete der Ausfall erhebliche Umstände. Einige mussten auf alternative Aufbewahrungsmöglichkeiten ausweichen, andere verzichteten ganz auf Zwischenstopps in München. Kritische Stimmen monierten, dass die Bahn trotz moderner Technik keine ausreichenden Redundanzsysteme vorhalte – ein Vorwurf, den die Verantwortlichen bisher nicht offiziell kommentierten.
Betroffene Fächer und mögliche Ursachen
Die technische Störung am Münchner Hauptbahnhof betrifft vor allem die Schließfächer der Reihe 3 bis 7 im Ostflügel des Bahnhofs. Laut Angaben der Deutschen Bahn handelt es sich um ein Problem mit der zentralen Steuerungseinheit, die für die elektronische Verriegelung und die Abrechnungssysteme zuständig ist. Besonders betroffen sind Pendler und Reisende, die auf die kurzfristige Aufbewahrung von Gepäck angewiesen sind. Da die Fächer dieser Reihe zu den meistgenutzten gehören, kommt es seit dem Ausfall zu spürbaren Engpässen bei der Kapazität der verbleibenden, funktionsfähigen Schließfächer.
Experten für Bahnhofsinfrastruktur führen solche Störungen häufig auf veraltete Hard- oder Software zurück. Eine Studie des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen aus dem Jahr 2022 zeigte, dass rund 30 % der elektronischen Schließsysteme in deutschen Großbahnhöfen noch auf Technologie aus den frühen 2000er-Jahren basieren. Diese Systeme sind anfälliger für Überlastungen, insbesondere bei hohen Nutzerzahlen wie am Münchner Hauptbahnhof, wo täglich bis zu 450.000 Menschen unterwegs sind.
Neben den technischen Defekten könnten auch externe Faktoren eine Rolle spielen. So führen extreme Wetterbedingungen wie die aktuellen Temperaturschwankungen in Bayern gelegentlich zu Kurzschlüssen in schlecht isolierten Kabeln. Zudem ist nicht auszuschließen, dass ein Software-Update oder ein Cyberangriff – wie er in den vergangenen Jahren vermehrt auf kritische Infrastruktur gerichtet war – die Störung ausgelöst hat. Die genauen Ursachen werden derzeit von einem spezialisierten Team der Bahn geprüft.
Für Reisende, die dringend auf Schließfächer angewiesen sind, bleibt vorerst nur der Ausweich auf die noch funktionierenden Fächer in den weniger frequentierten Bereichen des Bahnhofs oder auf alternative Aufbewahrungsdienste in der Nähe.
Alternativen für Reisende mit Handgepäck
Reisende, die am Münchner Hauptbahnhof nur mit Handgepäck unterwegs sind und wegen der gesperrten Schließfächer nach Alternativen suchen, können auf mehrere bewährte Lösungen zurückgreifen. Laut einer Studie der Deutschen Bahn aus dem Jahr 2023 nutzen bereits 42 % der Pendler digitale Gepäckservices, wenn klassische Schließfachsysteme ausfallen. Besonders beliebt sind dabei kurzfristige Mietoptionen in der Nähe des Bahnhofs, die oft über Apps gebucht werden können. Plattformen wie Radar oder LuggageHero kooperieren mit lokalen Geschäften und Hotels, die Gepäckstücke für wenige Stunden oder Tage zwischenlagern – eine flexible Lösung für Transitpassagiere.
Wer Wert auf Sicherheit legt, findet im Umkreis von fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof mehrere private Schließfachanbieter, die unabhängig vom DB-System operieren. Dazu zählen etwa die City-Locker in der Arnulfstraße oder die Bag&Baggage-Stationen im Hauptbahnhof selbst, die zwar teurer sind, aber durch 24/7-Zugang und Videoüberwachung überzeugen. Ein Vergleich der Preise lohnt sich: Während die DB-Schließfächer zwischen 3 und 7 Euro pro Tag kosten, verlangen private Anbieter oft 10 bis 15 Euro – dafür aber mit Versicherungsschutz für Wertgegenstände.
Für Vielflieger oder häufige Bahnnutzer empfiehlt sich die Nutzung von Gepäckaufbewahrungsdiensten direkt am Flughafen München, der mit der S-Bahn in weniger als 40 Minuten erreichbar ist. Dort stehen über 1.200 Schließfächer in verschiedenen Größen bereit, die auch für größere Taschen geeignet sind. Wer spontan handelt, sollte jedoch die Öffnungszeiten beachten: Während der Hauptbahnhof rund um die Uhr zugänglich ist, schließen einige Flughafen-Schließfachbereiche nachts.
Eine oft unterschätzte Option sind die Gepäckschalter in nahen Hotels. Viele Häuser wie das Hilton Munich Park oder das Novotel München City bieten gegen eine Gebühr von etwa 5 bis 10 Euro die Aufbewahrung von Koffer und Rucksäcken an – selbst für Nicht-Gäste. Vorab telefonisch nachzufragen spart Zeit, da nicht alle Hotels diesen Service anbieten.
So reagiert die Deutsche Bahn auf die Störung
Die Deutsche Bahn hat umgehend auf die technische Störung an über 50 Schließfächern am Münchner Hauptbahnhof reagiert – und setzt auf eine Kombination aus kurzfristigen Lösungen und langfristigen Verbesserungen. Laut Angaben eines Unternehmenssprechers wurden innerhalb von zwei Stunden nach Meldung der ersten Probleme Techniker vor Ort eingesetzt, um die betroffenen Systeme zu überprüfen. Parallel dazu informierte die Bahn Reisende über digitale Anzeigetafeln und Social-Media-Kanäle, wobei besonders auf alternative Aufbewahrungsmöglichkeiten wie die Gepäckaufbewahrung in der nahen Bahnhofsmission hingewiesen wurde.
Experten für Bahninfrastruktur, wie sie etwa beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) organisiert sind, betonen, dass solche Störungen zwar selten, aber bei veralteten elektronischen Schließsystemen nicht ungewöhnlich sind. Statistisch gesehen kommt es bundesweit etwa einmal pro Quartal zu größeren Ausfällen bei automatisierten Schließfachanlagen – meist ausgelöst durch Softwarefehler oder Stromschwankungen. Die Deutsche Bahn gab an, in München handele es sich um einen Defekt in der zentralen Steuerungseinheit, der nun durch ein redundantes Backup-System überbrückt werde.
Für betroffene Fahrgäste, deren Gepäck vorübergehend nicht zugänglich war, richtete die Bahn eine Hotline ein. Wer nachweisen kann, dass durch die Sperrung Verspätungen oder zusätzliche Kosten entstanden sind, soll über das übliche Entschädigungsverfahren der Bahn erstattet werden. Kritische Stimmen monieren jedoch, dass die Kommunikation zu den Entschädigungsmodalitäten zunächst unklar blieb.
Langfristig plant die Deutsche Bahn, die Schließfachanlagen am Münchner Hauptbahnhof bis 2025 schrittweise auf ein neues, cloudbasiertes System umzustellen. Dies soll nicht nur die Ausfallanfälligkeit verringern, sondern auch die Wartung effizienter gestalten. Bis dahin bleiben mechanische Notfallschlüssel und manuelle Freigaben durch Servicekräfte die letzte Instanz – wie auch bei der aktuellen Störung.
Wann die Schließfächer wieder nutzbar sind
Die Deutsche Bahn arbeitet mit Hochdruck an der Behebung der technischen Störung, die seit Dienstagmorgen über 50 Schließfächer am Münchner Hauptbahnhof lahmlegt. Laut Angaben eines Sprechers des Konzerns könnte die Freigabe der Fächer bereits im Laufe des Donnerstags erfolgen – vorausgesetzt, die Diagnose der defekten Steuerungselektronik verläuft planmäßig. Die Reparaturmannschaften konzentrieren sich derzeit auf die zentrale Schaltanlage, deren Ausfall die elektronische Verriegelung der gesamten Fachgruppe blockiert.
Experten für Bahninfrastruktur schätzen, dass bei vergleichbaren Störungen in anderen Großbahnhöfen die durchschnittliche Ausfalldauer zwischen 24 und 48 Stunden lag. Entscheidend sei hier die Verfügbarkeit der Ersatzteile, die in München aus einem regionalen Lager der DB Station&Service bezogen werden. Sollten sich die Arbeiten verzögern, rät die Bahn Reisenden, auf alternative Aufbewahrungsmöglichkeiten wie die Gepäckaufbewahrung in der Bahnhofsmission auszuweichen.
Für Vielfahrer und Pendler, die auf die Schließfächer angewiesen sind, bietet die Deutsche Bahn eine Entschädigungslösung an: Betroffene können die bereits bezahlten Mietgebühren für den Zeitraum der Sperrung über das Servicecenter der DB erstatten lassen. Der Prozess soll unkompliziert über die Vorlage des Mietvertrags oder der Buchungsbestätigung ablaufen.
Bis zur vollständigen Inbetriebnahme bleiben die gesperrten Fächer mit roten Warnaufklebern markiert. Sicherheitskräfte kontrollieren die Bereich regelmäßig, um Missbrauch zu verhindern. Die Bahn bittet Reisende, die betroffenen Fächer nicht gewaltsam zu öffnen – dies könnte die Reparaturarbeiten zusätzlich erschweren und zu rechtlichen Konsequenzen führen.
Die technische Störung an über 50 Schließfächern am Münchner Hauptbahnhof zeigt einmal mehr, wie anfällig digitale Systeme im öffentlichen Raum für unerwartete Ausfälle sind—gerade an einem Knotenpunkt wie dem HBF, wo Tausende täglich auf zuverlässige Services angewiesen sind. Besonders für Reisende mit Gepäck oder wichtigen Dokumenten kann eine solche Sperrung schnell zum Problem werden, wenn keine Alternativen in Sicht sind.
Wer aktuell auf ein Schließfach angewiesen ist, sollte vorab die Website der Deutschen Bahn oder den Twitter-Kanal des Bahnhofs prüfen, ob die Störung behoben wurde; kurzfristig bieten private Gepäckaufbewahrungen in der Innenstadt oder digitale Lösungen wie Locker-Anbieter in der Nähe eine Notlösung. Langfristig wird sich zeigen müssen, ob die Bahn in moderne, ausfallsichere Systeme investiert—oder ob solche Pannen zum wiederkehrenden Ärgernis für Fahrgäste werden.

