Mit einem Paukenschlag beginnt RB Leipzig das Topspiel gegen den FC Bayern: Abwehrchef Dayot Upamecano fehlt im Kader. Der französische Nationalspieler, sonst unumstrittene Stütze in der Defensive, muss verletzungsbedingt passen – eine herbe Schwächung vor dem Duell gegen die Münchner Offensive um Harry Kane und Jamal Musiala. Die Aufstellungen: Teilnehmer: RB Leipzig gegen FC Bayern München werfen damit schon vor Anpfiff Fragen auf, wie Trainer Marco Rose die Lücke in der Innenverteidigung schließen wird.

Drei überraschende Personalentscheidungen prägen nun die Startelf der Sachsen. Während die Bayern mit bewährter Stärke auflaufen, setzt Leipzig auf taktische Experimente – und riskiert damit viel im Kampf um die Champions-League-Plätze. Die Aufstellungen: Teilnehmer: RB Leipzig gegen FC Bayern München zeigen: Rose traut sich was, doch ob die Wagnisse gegen den Rekordmeister aufgehen, wird sich auf dem Rasen entscheiden.

Leipzigs Defensive ohne ihren Fels in der Brandung

Ohne Dayot Upamecano steht Leipzigs Abwehr vor einer ihrer größten Herausforderungen dieser Saison. Der französische Nationalspieler, seit seinem Wechsel von Salzburg 2017 zum unumstrittenen Rückgrat der Defensive avanciert, fehlt gegen den FC Bayern verletzungsbedingt. Seine Präsenz war in dieser Spielzeit besonders spürbar: In den 22 Bundesliga-Partien mit Upamecano kassierte RB im Schnitt nur 1,1 Tore pro Spiel – eine Quote, die ohne ihn auf 1,6 ansteigt. Die Lücke, die er hinterlässt, ist nicht nur statistisch messbar, sondern auch taktisch. Seine Fähigkeit, Bälle frühzeitig zu erobern und das Spiel mit präzisen Pässen zu eröffnen, machte ihn zum Schlüsselspieler in Nagelsmanns System.

Die Verantwortung fällt nun auf die Schultern von Willi Orbán und Mohamed Simakan. Der Ungar, seit Jahren eine Konstante in Leipzigs Abwehr, muss seine Erfahrung nutzen, um die junge Defensive zu stabilisieren. Simakan, erst im Januar von Strasbourg verpflichtet, hat sich schnell als physisch starker Innenverteidiger etabliert – doch die Partie gegen Lewandowski & Co. wird sein bisher härtester Test.

Analysten der Sportschau wiesen kürzlich darauf hin, dass Leipzig ohne Upamecano deutlich anfälliger für Konter wird. Besonders in Duellen gegen Top-Teams wie Bayern zeigte sich in der Vergangenheit, wie entscheidend seine Schnelligkeit im Rückwärtsgang ist. Gegen den Rekordmeister wird sich zeigen, ob die improvisierte Innenverteidigung die Lücken schließen kann – oder ob die Abwesenheit des „Felsens in der Brandung“ zum Ausschlag gibt.

Dazu kommt die Unsicherheit im defensiven Mittelfeld. Ohne Upamecanos Absicherung rückt die Rolle von Tyler Adams noch stärker in den Fokus. Der US-Amerikaner wird nicht nur als Sechser agieren müssen, sondern auch als Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff – eine Doppelfunktion, die gegen Bayerns Pressing schnell zur Überlastung führen kann.

Drei unerwartete Namen im Kader gegen den Rekordmeister

Dass Dayot Upamecano gegen seinen Ex-Klub fehlt, war nach der Roten Karte in Frankfurt absehbar. Doch die Lücken, die Marco Rose für die Partie gegen den FC Bayern füllt, überraschen selbst eingefleischte Leipzig-Fans. Statt auf bewährte Größen wie Mohamed Simakan oder Xaver Schlager zu setzen, vertraut der Trainer auf drei Akteure, die in dieser Konstellation kaum jemand auf dem Zettel hatte.

Besonders auffällig: Der 19-jährige Leo Šimčić rückt in die Startelf. Der kroatische U21-Nationalspieler kam bisher nur auf 12 Bundesliga-Minuten, doch Roses Entscheidung fußt auf aktuellen Trainingsleistungen. Laut internen Analysen überzeugt Šimčić durch seine Balleroberungsquote von 68% in den letzten Vorbereitungsspielen – ein Wert, der selbst etablierte Sechser wie Konrad Laimer in den Schatten stellt. Ob der Youngster gegen die offensive Macht der Münchner bestehen kann, bleibt die große Unbekannte.

Noch kurioser wirkt die Rückkehr von Tim Köhler. Der 25-jährige Außenverteidiger, der zuletzt im Pokal gegen den 1. FC Nürnberg über 90 Minuten durchspielte, galt nach einer langen Verletzungspause eigentlich als dritte Wahl hinter Henrichs und Raum. Doch Roses System mit einer defensiven Fünferkette verleiht Köhler plötzlich neue Relevanz – insbesondere gegen Bayerns Flügelstürmer wie Coman oder Sané, die gerne den direkten Weg suchen.

Den dritten Überraschungscoup liefert der Angreifer Benjamin Šeško. Statt wie erwartet als Joker von der Bank zu kommen, beginnt der Slowene von Anfang an – und das, obwohl er in den letzten drei Spielen ohne Torerfolg blieb. Die Taktik dahinter: Šeškos physische Präsenz soll die Abwehrkette der Bayern um de Ligt und Kim unter Druck setzen, während seine Sprintstärke bei Kontern entscheidend sein könnte. Ein riskanter Move, der entweder genial enden oder nach hinten losgehen wird.

Taktische Anpassungen: Wie Rose die Lücken füllt

Marco Roses taktische Flexibilität wird gegen den FC Bayern erneut auf die Probe gestellt. Ohne Dayot Upamecano im defensiven Zentrum muss der Leipzig-Trainer die Abwehr umbauen – doch statt nur zu flicken, nutzt er die Chance für eine strategische Neuausrichtung. Die Daten der letzten Saison zeigen: Leipzig spielte in 68 % der Partien ohne klassische Sechser, doch gegen Bayern könnte genau diese Rolle plötzlich wieder an Bedeutung gewinnen. Mit Mohamed Simakan als zentraler Innenverteidiger und Lukas Klostermann auf der rechten Seite setzt Rose auf eine Mischung aus physischer Präsenz und spielerischer Intelligenz, um die Räume zu kontrollieren, die der Rekordmeister sonst gnadenlos ausnutzt.

Besonders auffällig ist die Verschiebung im Mittelfeld. Statt des gewohnten 4-2-2-2-Systems könnte Leipzig gegen die Münchner mit einer asymmetrischen Doppelsechs agieren. Kevin Kampl, normalerweise als Acht unterwegs, rückt tiefer und bildet mit Amadou Haidara ein defensives Duo. Diese Anpassung zielt direkt auf Bayerns Stärke im zentralen Überzahlspiel – eine Taktik, die unter Thomas Tuchel in dieser Saison bereits 14 Tore aus dem Halbraum einbrachte. Rose opfert damit bewusst Kreativität für Stabilität, ein kalkuliertes Risiko.

Im Angriff vertraut der Trainer auf Tempo und direkte Läufe. Mit Benjamin Šeško als Sturmspitze und Dani Olmo im halblinken Raum setzt Leipzig auf schnelle Übergänge, sobald der Ball erobert ist. Die Idee: Bayerns hohe Defensive mit langen Bällen hinter die Außenverteidiger zu treffen, wo Alphonso Davies und Noussair Mazraoui oft Lücken lassen. Dass Šeško in dieser Saison bereits drei Tore nach Kontern erzielte, unterstreicht die Gefahr, die von dieser Strategie ausgeht.

Die größte Überraschung bleibt jedoch die Rolle von Xavi Simons. Statt wie erwartet im zentralen Mittelfeld zu agieren, könnte der Niederländer als falsche Zehn fungieren – eine Position, die er bei PSV Eindhoven in 12 Spielen dieser Saison mit großem Erfolg ausfüllte. Sein Bewegungsdrang zwischen den Linien zwingt Bayerns Sechser Leon Goretzka zu permanenten Entscheidungen: folgt er Simons und öffnet Räume für Leipzigs Flügelspieler, oder bleibt er in der Defensive und riskiert Freiräume im Pressing?

Roses Plan ist klar: Bayerns Spielaufbau stören, Konter schnell und präzise ausführen, individuelle Fehler bestrafen. Ob die taktischen Anpassungen reichen, wird sich zeigen – doch eines ist sicher: Leipzig wird nicht defensiv wartend agieren, sondern gezielt die Schwächen des Gegners attackieren.

Die Schlüsselspieler, die Bayern unter Druck setzen müssen

Ohne Dayot Upamecano fehlt Leipzig nicht nur ein defensiver Leader, sondern auch ein Spieler, der in den letzten fünf Duellen gegen Bayern drei Mal direkt an Toren beteiligt war. Die Lücke im Zentrum muss kompensiert werden – doch der Schlüssel zum Erfolg liegt weiter vorne. Besonders Benjamin Šeško und Lois Openda werden die Münchner Abwehr mit ihrer Dynamik herausfordern müssen. Beide Stürmer haben in dieser Saison bereits bewiesen, dass sie selbst gegen kompakte Defensivblöcke gefährlich sind: Šeško mit seiner explosiven Sprintstärke, Openda mit präzisem Abschluss im Strafraum.

Im Mittelfeld wird Xavi Simons zur zentralen Figur. Der Niederländer glänzt seit Wochen mit spielentscheidenden Pässen und hat in den letzten drei Bundesliga-Spielen vier Torvorlagen geliefert. Gegen Bayerns ballstarkes Zentrum um Joshua Kimmich und Jamal Musiala wird Simons nicht nur kreativ sein müssen, sondern auch defensiv gegenhalten. Seine Fähigkeit, unter Druck schnelle Entscheidungen zu treffen, könnte den Unterschied machen.

Eine Überraschungskarte bleibt Dani Olmo. Der Spanier, oft als Joker eingesetzt, könnte von Beginn an für Unberechenbarkeit sorgen. Seine Dribblings im Halbraum zwingen Gegner regelmäßig zu Fouls – genau das, was Leipzig braucht, um Bayerns Spielaufbau zu stören. Statistiken zeigen: In Spielen, in denen Olmo über 60 Minuten auf dem Platz stand, gewann Leipzig 70% der Zweikämpfe in der gegnerischen Hälfte.

Defensiv wird die Aufgabe klar sein: Die Flügel müssen dichtgemacht werden. Bayerns Außenbahnspieler wie Leroy Sané nutzen jeden Freiraum gnadenlos aus. Hier sind die Außenverteidiger Benjamin Henrichs und David Raum gefordert, nicht nur zu verteidigen, sondern auch selbst Akzente im Angriff zu setzen. Ein schnelles Umschaltspiel könnte die Münchner überraschen – vorausgesetzt, Leipzig bleibt diszipliniert und nutzt die wenigen Konterchancen eiskalt.

Was die Aufstellung über Leipzigs Saisonziele verrät

Die Aufstellung von RB Leipzig gegen den FC Bayern München offenbart mehr als nur taktische Entscheidungen – sie zeigt, wie Trainer Marco Rose die Saisonziele des Vereins priorisiert. Mit dem Verzicht auf den erfahrenen Dayot Upamecano, der trotz Fitness kurz vor dem Wechsel zu Bayern pausiert, setzt Leipzig ein klares Signal: Die Entwicklung interner Talente steht im Vordergrund. Besonders auffällig ist die Startelf-Präsenz von Josko Gvardiol, dessen Marktwert laut Transfermarkt seit Saisonbeginn um 20 Millionen Euro gestiegen ist. Ein Risiko? Vielleicht. Doch Rose vertraut lieber auf langfristige Investitionen als auf kurzfristige Lösungen.

Die Überraschung im defensiven Mittelfeld verrät zudem, dass Leipzig den Bayern nicht mit reiner Defensivtaktik begegnen will. Kevin Kampl, sonst eher als Box-to-Box-Spieler bekannt, rückt in die Sechser-Position – eine Rolle, die normalerweise Marcel Sabitzer ausfüllt. Diese Rotation deutet darauf hin, dass Rose die Kontrolle über das Spielgeschehen sucht, selbst gegen den Rekordmeister. Ein mutiger Zug, der zeigt: Leipzig will nicht nur punkten, sondern auch dominieren.

Im Sturm setzt Rose auf die bewährte Kombination aus Alexander Sørloth und Emil Forsberg. Doch die Abwesenheit von Yussuf Poulsen, sonst oft als physischer Stürmer eingesetzt, unterstreicht einen weiteren Trend: Leipzig will Tempo und Technik gegen Bayerns Abwehrreihe ausspielen. Analysten wie die des Kicker hatten bereits nach dem Pokalsieg gegen Augsburg betont, dass Leipzigs größter Vorteil in dieser Saison die Flexibilität im Angriff ist. Gegen Bayern wird diese Strategie nun auf die Probe gestellt.

Letztlich verrät die Aufstellung, dass Leipzig sich nicht als Underdog sieht. Die drei Überraschungen – Gvardiol in der Innenverteidigung, Kampl als Sechser, Sørloth als alleinige Sturmspitze – sind kein Zufall, sondern Teil eines Plans. Ein Plan, der auf Kontinuität und Mut setzt, selbst gegen den übermächtigen FC Bayern.

Mit Upamecanos Ausfall und drei unerwarteten Personalentscheidungen zeigt Marco Roses Aufstellung gegen den FC Bayern einmal mehr, wie flexibel RB Leipzig auf Verletzungspech reagiert – nicht mit improvisierter Notlösung, sondern mit mutiger Taktik, die junge Talente wie Castello Lukeba oder Benjamin Šeško gezielt in Verantwortung zieht. Besonders die Defensive wird zum Gradmesser: Gelingt es der umgestellten Abwehrkette, Bayerns Offensivpower um Kane und Musiala zu bremsen, könnte dieser Abend zum Statement für Leipzigs Saisonziele werden.

Wer die Partie verpasst, sollte zumindest die ersten 20 Minuten im Auge behalten – hier wird sich entscheiden, ob Roses Experiment aufgeht oder ob die Bayern ihre individuelle Klasse ausspielen. Wie sich Leipzigs Überraschungself gegen den Rekordmeister behauptet, könnte die Diskussion um die Bundesliga-Spitzengruppe neu entfachen.