Mit acht Siegen aus den letzten neun Pflichtspielen hat der FC Bayern München wieder Fahrt aufgenommen – doch die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Mannschaft von Thomas Tuchel wirklich zurück in Topform ist. Drei Bundesliga-Duelle, darunter das Topspiel gegen Borussia Dortmund, und ein Champions-League-Kracher gegen Lazio Rom warten in den kommenden 14 Tagen. Die FC Bayern München Spiele gegen Bremen, den BVB und die Römer könnten über die Richtung der Saison entscheiden: zwischen Titeljagd oder erneuter Krise.

Für die Fans wird es eine nervenaufreibende Phase. Die FC Bayern München Spiele in den nächsten zwei Wochen sind nicht nur sportlich brisant, sondern auch psychologisch. Ein Ausrutscher gegen Werder Bremen oder eine Niederlage im Derby gegen Dortmund würde die Kritik an Tuchels Taktik sofort wieder laut werden lassen. Gleichzeitig bietet sich die Chance, mit einem starken Lauf in der Bundesliga und einem Sieg in der Champions League die Zweifler zum Schweigen zu bringen – und den Weg für ein erfolgreiches Saisonfinale zu ebnen.

Die Formkurve vor dem Bremen-Duell

Der FC Bayern geht mit einer stabilen, aber nicht überragenden Form in das Heimspiel gegen Werder Bremen. In den letzten fünf Pflichtspielen holte die Mannschaft vier Siege – darunter der knappe, aber wichtige 1:0-Erfolg in der Champions League gegen Galatasaray. Doch die 2:3-Niederlage in der Bundesliga gegen den 1. FC Heidenheim zeigte, dass die Defensive nach wie vor anfällig für Konter ist. Besonders die Abwehrkette um Dayot Upamecano und Matthijs de Ligt wirkt in Hochgeschwindigkeitsduellen nicht immer souverän.

Offensiv läuft es dagegen deutlich rund. Mit 19 Toren in den letzten sechs Spielen unterstreicht der Rekordmeister seine Feuerkraft. Harry Kane bleibt der Garant für Gefahr – der Engländer traf allein in dieser Saison bereits 25 Mal in der Bundesliga. Doch auch die Flügelspieler Jamal Musiala und Leroy Sané steuern regelmäßig entscheidende Vorlagen oder Tore bei. Gegen Bremen, das mit 30 Gegentoren zu den schwächsten Defensiven der Liga zählt, könnte diese Offensive erneut der Schlüssel zum Erfolg sein.

Taktisch setzt Trainer Thomas Tuchel weiterhin auf Flexibilität. Mal agiert Bayern mit einem klassischen Sechser vor der Abwehr, mal mit einer doppelten Spitze. Gegen Bremen könnte jedoch die Kontrolle über das Mittelfeld entscheidend sein – besonders, da die Norddeutschen unter Ole Werner auf schnelle Umschaltmomente setzen. Die Statistik spricht klar für die Münchner: In den letzten zehn Duellen gab es acht Siege für den FCB, nur einmal gewann Bremen.

Die körperliche Frische wird ebenfalls eine Rolle spielen. Mit dem anstehenden Champions-League-Spiel gegen Lazio Rom nur drei Tage später muss Tuchel rotieren. Spieler wie Konrad Laimer oder Noussair Mazraoui, die zuletzt weniger Einsatzzeit hatten, könnten gegen Bremen ihre Chance nutzen.

Dortmunds Schwächen und Bayerns Chance

Dortmunds Abwehrprobleme sind kein Geheimnis mehr. Mit 32 Gegentoren in dieser Bundesliga-Saison gehört die Borussen-Defensive zu den schwächsten der oberen Tabellenhälfte – eine auffällige Schwäche, die Bayern München im Topspiel am 30. März ausnutzen könnte. Besonders die Flankenverteidigung zeigt immer wieder Lücken, wie zuletzt beim 2:2 gegen Freiburg, als die Breisgauer durch schnelle Flügelwechsel zweimal gefährlich wurden. Analysten verweisen darauf, dass Dortmunds Innenverteidiger in Eins-gegen-Eins-Situationen oft zu passiv agieren, was Raum für gegnerische Stürmer schafft.

Die Münchner haben in den letzten fünf Duellen gegen den BVB eine klare Bilanz: vier Siege, ein Unentschieden. Vor allem die offensive Flexibilität mit Spielern wie Leroy Sané und Jamal Musiala könnte Dortmunds instabile Abwehrreihe vor Probleme stellen. Sané, der in dieser Saison bereits sechs Torvorlagen gegen Top-6-Teams geliefert hat, findet in den Räumen zwischen Dortmunds Außenverteidigern und Sechser oft die entscheidenden Lücken.

Doch nicht nur defensiv zeigt der BVB Schwächen. Die mangelnde Konstanz in der Offensive – besonders in entscheidenden Phasen – könnte Bayern in die Karten spielen. Während Haaland in der Vorsaison noch als Garant für Tore galt, fehlt dem aktuellen Sturm um Niclas Füllkrug und Donyell Malen oft die nötige Effizienz. Gegen Teams, die kompakt stehen, wie es Bayern unter Tuchel regelmäßig tut, kam Dortmund in dieser Saison nur auf eine Torquote von 0,8 pro Spiel – ein Wert, der im direkten Vergleich kaum ausreicht.

Taktisch könnte Bayern zusätzlich profitieren, wenn sie Dortmunds Pressingresistenz testen. Die Borussen verlieren im Schnitt 16,3 Bälle pro Spiel im eigenen Mittelfeld – ein Risiko, das gegen Bayerns schnelle Konter fatal enden kann. Die Münchner wiederum haben in dieser Saison eine der besten Umschaltquoten der Liga: 42% ihrer Tore entstanden nach Balleroberungen im gegnerischen Drittel.

Champions-League-Drama gegen Lazio Rom

Der Champions-League-Auftakt gegen Lazio Rom verspricht ein emotionales Feuerwerk. Die Münchner treffen am 18. September im Olympiastadion auf ein Team, das in der vergangenen Saison als Überraschungsmann in die K.o.-Phase einzog. Besonders brisant: Die Römer haben in ihren letzten fünf Heimspielen gegen deutsche Klubs nur einmal verloren – eine Bilanz, die den FC Bayern warnen sollte. Mit Spielern wie Ciro Immobile und Luis Alberto verfügt Lazio über gefährliche Offensivkräfte, die selbst die stabilste Abwehr vor Probleme stellen können.

Für die Bayern geht es nicht nur um drei Punkte, sondern um ein Statement. Nach dem schwachen Saisonstart in der Bundesliga (nur zwei Siege in vier Spielen) braucht das Team von Thomas Tuchel dringend einen Befreiungsschlag. Die Defensive, die gegen Leverkusen und Gladbach bereits Schwächen zeigte, wird gegen Lazios schnelle Flügelspieler besonders gefordert sein. Statistiken der UEFA zeigen, dass der FC Bayern in den letzten drei Auswärtsspielen der Champions League nur ein einziges Mal ohne Gegentor blieb – eine Marke, die gegen die Italiener kaum zu halten sein wird.

Taktisch könnte Tuchel auf eine defensive Dreierkette setzen, um die Räume für Immobile zu verengen. Gleichzeitig muss die Offensive um Harry Kane und Jamal Musiala ihre Chancenverwertung verbessern. Die letzte Begegnung beider Teams liegt zwar 20 Jahre zurück, doch die Erinnerung an das 4:0 der Bayern im Jahr 2004 wird bei Lazio noch präsent sein. Ein Sieg in Rom wäre nicht nur ein psychologischer Vorteil für die weitere Gruppenphase, sondern auch ein dringend benötigter Vertrauensschub für die anstehenden Bundesliga-Duelle.

Verletzungssorgen im defensiven Rückgrat

Die Verletzungsmisere bei Bayern München reißt nicht ab – und trifft das Team ausgerechnet im defensiven Rückgrat. Mit Matthijs de Ligt (Muskelfaserriss) und Dayot Upamecano (Sprunggelenksprobleme) fehlen zwei Stammkräfte in der Innenverteidigung, während Noussair Mazraoui nach seiner Leisten-OP erst langsam wieder Spielpraxis sammelt. Die Statistik unterstreicht die Brisanz: In dieser Saison kassierte Bayern in Partien ohne mindestens einen der beiden Top-Innenverteidiger im Schnitt 1,8 Tore pro Spiel – ein Wert, der in der Bundesliga kaum Champions-League-Niveau signalisiert.

Trainer Thomas Tuchel steht damit vor einem Dilemma. Die Alternative, Eric Dier oder Min-Jae Kim als Duo aufzubieten, wirft Fragen auf: Beide spielten bisher selten zusammen, und Diers Anpassung an das hochintensive Pressing der Bayern verlief holprig. Gegen Teams wie Dortmund, die gezielt die Räume zwischen Abwehr und Mittelfeld attackieren, könnte diese Konstellation zum Risiko werden.

Besonders kritisch wird die Situation im Hinblick auf die anstehende Champions-League-Partie. Analysten verweisen darauf, dass Bayern in den letzten drei europäischen Auswärtsspielen mit improvisierter Abwehrkette stets frühe Gegentore hinnehmen musste – ein Muster, das gegen Top-Teams wie Lazio Rom oder im Rückspiel gegen Arsenal fatal enden könnte. Die medizinische Abteilung arbeitet unter Hochdruck, doch selbst eine Teilfreigabe für Upamecano würde kaum ausreichen, um die fehlende Spielroutine auszugleichen.

Dazu kommt die psychologische Komponente. Eine lädierte Defensive strahlt Unsicherheit aus – und genau das nutzen Gegner wie Bremen oder Dortmund gnadenlos aus, wenn sie die Bayern unter Druck setzen. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie oft die Abwehr in den nächsten Spielen wackeln wird.

Wie die Tabelle nach diesen Spielen aussehen könnte

Die kommenden fünf Spiele könnten die Bundesliga-Tabelle ordentlich durcheinanderwirbeln – besonders, wenn der FC Bayern nicht die volle Punktausbeute holt. Aktuell führt München mit zwei Punkten Vorsprung auf Leverkusen, doch die Partien gegen Bremen, Dortmund und die Champions-League-Aufgaben gegen Lazio Rom bergen Risiken. Ein Ausrutscher in der Liga, kombiniert mit einem Sieg Leverkusens gegen Hoffenheim oder Wolfsburg, würde die Führung sofort kosten. Statistisch gesehen hat der Rekordmeister in den letzten fünf Jahren nach Champions-League-Spielen nur 60 Prozent der möglichen Bundesliga-Punkte geholt – eine Schwächephase, die sich jetzt rächen könnte.

Gegen Werder Bremen am 26. Spieltag könnte es eng werden. Die Norddeutschen kämpfen um den Klassenerhalt und haben in dieser Saison bereits gegen Top-Teams überrascht. Ein Unentschieden wäre für Bayern kein Drama, aber bei einer Niederlage und einem Leverkusen-Sieg stünde man plötzlich nur noch auf Platz zwei. Die Tabellenkonstellation wäre dann so dicht wie seit Jahren nicht mehr.

Der direkte Vergleich mit Dortmund eine Woche später könnte zum Schlüsselspiel werden. Sollte Bayern hier verlieren und Leverkusen gleichzeitig gewinnen, läge der Abstand bei nur noch einem Punkt – mit dem BVB als unangenehmem Verfolger. Experten weisen darauf hin, dass die psychologische Komponente in solchen Phasen oft entscheidender ist als die reine Spielstärke. Ein Sieg gegen die Schwarz-Gelben würde dagegen nicht nur die Tabellenführung festigen, sondern auch moralisch wichtige Impulse für die Champions League setzen.

In der Königsklasse selbst könnte sich die Tabelle der Gruppe E noch einmal komplett drehen. Ein Sieg gegen Lazio Rom würde Bayern praktisch das Viertelfinale sichern, während eine Niederlage die Tür für Überraschungen öffnet. Da die Bundesliga-Tabelle in solchen Wochen oft von den europäischen Ergebnissen beeinflusst wird, könnte eine schwache Champions-League-Leistung auch die heimische Form belasten – ein Szenario, das der FC Bayern unbedingt vermeiden will.

Die kommenden fünf Spiele des FC Bayern München werden nicht nur über die Meisterschaftsambitionen entscheiden, sondern auch zeigen, ob die Mannschaft ihre aktuelle Form in den entscheidenden Momenten abrufen kann—besonders im Topspiel gegen Dortmund und dem Champions-League-Duell mit Lazio Rom. Mit drei Pflichtspielen innerhalb von acht Tagen folgt eine Phase, in der Rotation und mentale Stärke den Unterschied machen werden.

Fans sollten besonders das Heimspiel gegen Bremen im Blick behalten: Hier darf es keine Punktverluste geben, um im Titelrennen nicht unnötig Druck aufzubauen. Wer die Spiele live verfolgen will, findet alle Übertragungen wie gewohnt bei Sky, DAZN oder im kostenlosen Liveticker der Süddeutschen Zeitung.

Wie die Bayern diese Herausforderungen meistern, wird nicht nur die Saison prägend beeinflussen, sondern auch Klarheit darüber geben, ob der Kader nach der Winterpause noch einmal nachlegen kann.