Münchens Kinosäle zeigen diese Woche eine Bandbreite, die von rauschenden Blockbustern bis zu stillen Arthouse-Perlen reicht – und das oft auf nur wenigen hundert Metern. Allein im Kinoprogramm München prallen Welten aufeinander: Während im Mathäser der neueste Marvel-Streifen mit Dolby Atmos die Wände erzittern lässt, flüstert im Museum Lichtspiele ein japanischer Schwarzweißfilm aus den 60ern so leise, dass man die Popcorn-Tüten der Nachbarn hört. Die Auswahl ist überwältigend, die Qualität selten so dicht gebündelt wie in dieser Woche.

Wer jetzt denkt, das sei nur etwas für eingefleischte Cineasten, irrt. Das aktuelle Kinoprogramm München spricht bewusst alle an – vom Wochenendausflügler, der nach zwei Stunden Action einfach abschalten will, bis zum Filmstudenten, der im Originalton mit Untertiteln nach neuen Inspirationen sucht. Die Stadt beweist einmal mehr, warum sie zu den lebendigsten Kino-Standorten Deutschlands zählt: Hier gibt es keine Kompromisse, nur klare Empfehlungen. Und die sieben stärksten Titel der Woche sind Beweis genug.

Münchens Kino-Landschaft: Vielfalt zwischen Tradition und Trend

Münchens Kinolandschaft bleibt ein lebendiger Beweis dafür, dass Filmkultur weder stagniert noch sich auf Mainstream reduzieren lässt. Zwischen historischen Spielstätten wie dem 1913 eröffneten Museum Lichtspiele – dem ältesten noch betriebenen Kino Deutschlands – und modernen Multiplexen wie den Mathäser Filmpalästen spannt sich ein Bogen, der Tradition und Zeitgeist vereint. Laut dem Bayerischen Filmförderungsbericht 2023 besuchen jährlich über 5 Millionen Zuschauer die rund 50 Kinos der Stadt, wobei Arthouse-Häuser wie das Gasteig HP8 oder das Werkstattkino fast ein Drittel der Vorführungen bestreiten. Hier läuft nicht nur Film als Unterhaltung, sondern als Diskurs.

Wer durch die Schwabinger Straßen schlendert, stößt auf Programme, die bewusst gegen den Strom schwimmen. Das City-Kino etwa setzt seit Jahrzehnten auf europäische Autorenfilme und Retrospektiven, während das Rio Filmpalast mit Midnight-Movies und thematischen Reihen ein junges Publikum zieht. Die Vielfalt zeigt sich auch in den Formaten: Vom 35-mm-Klassiker im Filmmuseum München bis zur VR-Installation im WERKSviertel

Doch München wäre nicht München, würde es nicht auch die Balance zwischen Hochkultur und Volksfeststimmung halten. Während die Internationalen Münchner Filmwochen im Sommer experimentelle Werke feiern, füllen Blockbuster wie die aktuellen Marvel-Produktionen die Säle der großen Ketten. Selbst die Münchner Kammerspiele mischen sich ein, wenn sie Filmvorführungen mit Live-Diskussionen verknüpfen.

Ein besonderes Phänomen bleibt die Loyalität der Besucher zu ihren Stamkinos. Ob das familiengeführte Neues Arena in Haidhausen oder das Atelier mit seinem intimen Charme – viele Münchner planen ihren Wochenendausflug nicht nach dem Film, sondern nach dem Ort. Die Stadt beweist damit, dass Kino mehr ist als nur ein Programm: Es ist ein sozialer Raum, der Geschichten nicht nur zeigt, sondern auch schafft.

Von düsteren Thrillern bis zu poetischem Arthouse

Wer diese Woche in Münchens Kinos nach düsteren Atmosphären und psychologischen Tiefen sucht, wird im Gasteig HP8 fündig. Dort läuft „The Killer“ von David Fincher – ein eiskalter Thriller mit Andrew Garfield als skrupellosen Auftragsmörder, dessen präzise Inszenierung an Klassiker wie „Drive“ erinnert. Die Kameraarbeit von Erik Messerschmidt, Oscar-Preisträger für „Mank“, verwandelt jede Szene in ein studienhaftes Tableau aus Schatten und Neonlicht. Nicht umsonst gilt Fincher unter Filmkritikern als Meister der visuellen Spannung, dessen Werke regelmäßig in Retrospektiven wie denen der Cineasten-Vereinigung München analysiert werden.

Auf der anderen Seite des kinematografischen Spektrums wartet im Museum Lichtspiele ein stilles Juwel: „Anora“ von Sean Baker, der nach seinem Erfolg mit „The Florida Project“ erneut beweist, dass Poesie kein großes Budget braucht. Der Film erzählt von einer jungen Stripperin in New York, deren Leben sich durch eine zufällige Begegnung verändert – ganz ohne dramatische Wendungen, dafür mit einer Intensität, die lange nachhallt. Die Süddeutsche Zeitung nannte ihn kürzlich „einen der ehrlichsten Filme des Jahres“, und tatsächlich fühlt sich jede Szene an wie ein gestohlenes Stück Realität.

Wer es experimentell mag, sollte im Werkstattkino vorbeischauen. Dort zeigt die Reihe „Neue Deutsche Welle – Junge Regisseure“ kurze und abendfüllende Werke, die Genregrenzen sprengen. Besonders sehenswert: „Tiger Stripes“ von Amanda Nell Eu, eine malaysische Produktion, die pubertäre Verwandlung mit surrealen Horrorelementen verbindet. Laut einer aktuellen Studie der European Film Promotion steigt die Nachfrage nach solch hybriden Erzählformen in Arthouse-Kinos um jährlich 12 % – München bildet da keine Ausnahme.

Und dann ist da noch das Rio Filmpalast, das mit „The Zone of Interest“ von Jonathan Glazer einen Film zeigt, der auf den ersten Blick kalt wirkt, unter der Oberfläche aber brodelt. Die Geschichte eines Nazi-Offiziers, der mit seiner Familie direkt neben Auschwitz lebt, verzichtet auf explizite Gewaltbilder – gerade das macht sie so beklemmend. Die Sounddesign-Arbeit, die Alltagsgeräusche mit dumpfen Echos aus dem Lager mischt, wurde auf der letzten Berlinale mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Wo die besten Filme dieser Woche laufen – und warum

Münchens Kinos zeigen diese Woche eine ungewöhnliche Bandbreite – vom preisgekrönten Arthouse-Drama bis zum spektakulären Sommerblockbuster. Besonders auffällig: Die Museum Lichtspiele setzen mit ihrer Retrospektive zu 70er-Jahre-Klassikern einen Kontrapunkt zum Mainstream. Hier läuft etwa Scorseses Taxi Driver in einer frisch restaurierten 4K-Fassung, die selbst eingefleischte Cineasten überrascht. Wer dagegen auf aktuelle Produktionen steht, findet im Mathäser Filmpalast die deutsche Premiere von „The Bikeriders“ – Jeff Nichols’ epischer Biker-Film, der bei den letzten Filmfestspielen in Venedig für Furore sorgte.

Für Fans des europäischen Autorenkinos lohnt sich der Weg ins Gasteig HP8. Das Programmheft verrät: Über 60 Prozent der Vorführungen dieser Woche stammen von Regisseur:innen, deren Werke in den letzten zwei Jahren auf der Berlinale oder in Cannes ausgezeichnet wurden. Besonders empfehlenswert ist der französische Beitrag „L’Amour Ouf“ von Gilles Lellouche, der mit seiner unkonventionellen Liebesgeschichte und handgehaltenen Kameraarbeit polarisiert – und genau das macht seinen Reiz aus.

Wer Action sucht, wird im Cinema München fündig. Der Saal 1 zeigt „Deadpool & Wolverine“ in Dolby Atmos, wobei die Techniker hier extra die Bassfrequenzen für die Explosionsszenen nachjustiert haben. Ein Detail, das bei Testvorführungen für begeisterte Reaktionen sorgte. Interessant auch: Das Kino kooperiert diese Woche mit dem nahegelegenen Werkstattkino, wo im Anschluss an die Blockbuster-Vorführungen kurze Filmgespräche mit lokalen Kritiker:innen stattfinden – eine seltene Gelegenheit, Mainstream und Analyse direkt zu verbinden.

Ein Geheimtipp bleibt das Monopol Kino im Glockenbachviertel. Während andere Häuser auf große Namen setzen, wagten die Programmmacher hier ein Experiment: Drei Abende lang laufen ausschließlich Debütfilme junger Regisseur:innen, darunter der deutsche Beitrag „Sonne und Beton“, der bereits vor seinem Kinostart für Diskussionen sorgte. Die Atmosphäre in den kleinen Sälen mit ihren roten Samtsesseln verleiht den Vorführungen dabei einen fast intimen Charakter – perfekt für alle, die Kino als Erlebnis und nicht nur als Konsum begreifen.

Tipps für Kinobesucher: Tickets, Snacks und beste Sitzplätze

Wer in München ins Kino geht, sollte sich vorab über die Ticketoptionen informieren. Viele Kinos wie das Museum Lichtspiele oder das Gasteig HP8 bieten Online-Buchungen mit Sitzplatzreservierung an – praktisch, um Wartezeiten zu vermeiden. Laut einer Umfrage des Bundesverbands der Film- und Kinobranche nutzen mittlerweile über 60 % der Kinogänger digitale Tickets, vor allem an Wochenenden. Wer spontan bleibt, kann oft noch an der Abendkasse Glück haben, besonders unter der Woche.

Snacks gehören für viele zum Kinoerlebnis. Doch die Preise für Popcorn und Getränke sind bekanntlich hoch. Wer sparen will, packt sich selbst etwas ein – in den meisten Münchner Kinos ist das erlaubt, solange es nicht stört. Alternativ lohnt ein Blick auf Kombi-Angebote: Das Mathäser Filmpalast bietet etwa Menüs mit Nachos, Getränk und Ticketrabatt an.

Die Wahl des Sitzplatzes entscheidet oft über den Genuss. In großen Sälen wie im Isar Kino sind die Reihen 8 bis 12 ideal: nah genug für eine gute Sicht, aber ohne Nackenschmerzen. Bei 3D-Filmen empfiehlt sich die Mitte des Saals, um Verzerrungen an den Rändern zu vermeiden. Wer Wert auf Ruhe legt, meidet die hinteren Reihen – dort sitzen oft Gruppen.

Ein kleiner Tipp für Filmfans: Viele Münchner Kinos haben spezielle Angebote. Das Monopol Kino zeigt etwa jeden Dienstag Filme im Originalton, während das Neues Arena regelmäßig Retrospektiven mit Klassikern veranstaltet. Wer sich vorab über das Programm informiert, kann so nicht nur Blockbuster, sondern auch versteckte Perlen entdecken.

Vorschau: Diese Highlights kommen bald auf die Leinwand

Während die aktuellen Kinohighlights noch auf der Leinwand flimmern, bereiten sich Münchens Filmfans schon auf die nächsten großen Premieren vor. Besonders gespannt darf man auf „Dune: Part Two“ sein, der ab 29. Februar in die Kinos kommt. Denis Villeneuves epische Fortsetzung des Sci-Fi-Meisterwerks verspricht noch mehr visuelle Pracht, politische Intrigen und atemberaubende Action – und das bei einer Laufzeit von fast drei Stunden. Erste Kritikerstimmen aus den USA, darunter eine 96-prozentige Bewertung auf Rotten Tomatoes, deuten darauf hin, dass der Film die hohen Erwartungen sogar übertreffen könnte.

Wer es etwas leichter mag, freut sich auf „Wonka“, der ab 7. März in ausgewählten Münchner Kinos in einer erweiterten Fassung mit zusätzlichen Szenen gezeigt wird. Timothée Chalamets charmante Darstellung des jungen Willy Wonka und die opulente Musical-Inszenierung von Regisseur Paul King machten den Film bereits zum Überraschungshit der Weihnachtsaison. Jetzt gibt es noch mehr von der süßen, farbenfrohen Welt – perfekt für ein entspanntes Kinoerlebnis mit der ganzen Familie.

Arthouse-Liebhaber sollten sich den 14. März rot im Kalender markieren: Dann startet „The Zone of Interest“ von Jonathan Glazer in den Münchner Programmkinos. Der britische Regisseur, bekannt für seine düstere Ästhetik in Filmen wie „Under the Skin“, setzt sich in diesem Werk mit der Banalität des Bösen auseinander – basierend auf dem gleichnamigen Roman von Martin Amis. Der Film gewann bereits die Große Jury-Preis in Cannes und gilt als einer der ambitioniertesten Filme des Jahres.

Für Nostalgie-Fans kommt am 21. März ein besonderes Highlight: „Ghostbusters: Frozen Empire“ bringt die Kult-Geisterjäger zurück auf die große Leinwand. Mit Original-Cast-Mitgliedern wie Bill Murray und Dan Aykroyd sowie einer neuen Generation von Ghostbustern verspricht der Film eine Mischung aus Retro-Charme und modernen Effekten. Die ersten Trailer zeigen, dass die Balance zwischen Humor und Action gelungen ist – ideal für alle, die ihre Kindheitshelden wiedersehen möchten.

Ob Münchner Kinoliebhaber auf experimentelle Bilderwelten, mitreißende Blockbuster oder vielschichtige Dramen stehen – diese Woche hält für jeden Geschmack einen Film bereit, der sich lohnt. Besonders die Mischung aus lokalen Arthouse-Perlen wie „Die Mittagsfrau“ im Gasteig HP8 und den großen Hollywood-Produktionen wie „Dune: Teil Zwei“ im Mathäser macht das Programm so reizvoll, weil es zeigt, wie lebendig die Szene zwischen Tradition und Innovation bleibt.

Wer noch unschlüssig ist, sollte sich einfach vom ersten Trailer oder einer spontanen Stimmung leiten lassen – oft entdecken sich die besten Kinoerlebnisse genau so. Und wer diese Woche verpasst, kann sich schon auf die nächsten Highlights freuen, denn München bleibt auch im April ein Hotspot für Filmfans mit anspruchsvollem und unterhaltsamem Programm.