Mehr als 40 Prozent aller Flüge zwischen München und Palma de Mallorca verzeichneten am vergangenen Wochenende Verspätungen von über zwei Stunden – einige fielen komplett aus. Betroffen waren vor allem Passagiere der Lufthansa und Eurowings, deren Maschinen wegen Personalmangels und technischer Probleme stundenlang am Boden blieben. Die Situation spitzte sich besonders am Samstag zu, als ein Gewitter über Süddeutschland zusätzliche Verzögerungen verursachte und die ohnehin angespannte Lage an den Schaltern eskalieren ließ.

Für Urlauber, die ihren Flug München–Palma gebucht hatten, bedeutete das oft chaotische Szenen am Flughafen: überfüllte Wartebereiche, fehlende Informationen und spontane Umbuchungen auf spätere Verbindungen. Die Route gehört zu den beliebtesten Sommerverbindungen, doch die aktuellen Probleme zeigen, wie fragil der Flugbetrieb selbst auf stark frequentierten Strecken wie München–Palma bleibt. Während Airlines mit Entschädigungszahlungen reagieren, fragen sich viele Reisende, ob sich die Lage bis zum nächsten Wochenende stabilisiert – oder ob sie besser Alternativen planen sollten.

Chaos am Himmel: Warum die Route München–Palma besonders betroffen ist

Die Strecke zwischen München und Palma gilt seit Jahren als einer der neuralgischen Punkte im europäischen Flugverkehr – besonders an Wochenenden. Mit über 200 wöchentlichen Verbindungen in der Hochsaison und einer Auslastung von durchschnittlich 92 Prozent (Quelle: EU-Flugverkehrsbericht 2023) ist die Route nicht nur bei Urlaubern beliebt, sondern auch anfällig für Kettenreaktionen bei Störungen. Schon kleine Verzögerungen am Münchner Flughafen, etwa durch späte Ankünfte oder Personalengpässe, wirken sich hier überproportional aus, da viele Maschinen im schnellen Turnaround weiter nach Palma müssen.

Hinzu kommt die geografische Besonderheit: Palma de Mallorcas Flughafen ist als Drehkreuz für den Inselverkehr konzipiert, was bedeutet, dass Verspätungen aus München oft direkt die gesamte Balearen-Logistik durcheinanderbringen. Während andere Ziele wie Barcelona oder Madrid über alternative Landebahnen oder Umleitungsoptionen verfügen, fehlt Palma diese Pufferkapazität. Fluggesellschaften bestätigen, dass bereits eine 30-minütige Verzögerung in München zu Dominoeffekten führt – mit Folgen für bis zu sechs nachfolgende Flüge.

Ein weiteres Problem sind die begrenzten Slots. Die Start- und Landerechte auf der beliebten Ferienroute sind hart umkämpft, was wenig Spielraum für spontane Anpassungen lässt. Kommt es zu unvorhergesehenen Ereignissen wie Wetterumleitungen oder technischen Defekten, fehlen schlicht die zeitlichen Reserven, um die Verspätungen aufzufangen. Branchenkenner verweisen darauf, dass ähnliche Engpässe zwar auch auf Strecken wie Frankfurt–Antalya auftreten, die Kombination aus hoher Frequenz und infrastrukturellen Grenzen die München–Palma-Verbindung aber besonders anfällig macht.

Dass die Situation an Wochenenden eskaliert, liegt auf der Hand: Freitags und sonntags steigt die Passagierzahl um bis zu 40 Prozent im Vergleich zu Wochentagen, während gleichzeitig die Crew-Rotationen an ihre Grenzen stoßen. Die Folge sind nicht selten ad-hoc-Streichungen, wenn Piloten oder Kabinenpersonal ihre gesetzlichen Ruhezeiten überschreiten würden. Für Reisende bedeutet das oft stundenlange Wartezeiten – oder im schlimmsten Fall eine unfreiwillige Übernachtung in München.

Stundenlange Wartezeiten und gestrichene Flüge am Wochenende

Das Wochenende brachte für Reisende auf der Strecke München–Palma erneut Chaos: Stornierte Flüge, überfüllte Wartebereiche und Verspätungen von bis zu sechs Stunden prägten das Bild am Flughafen München. Besonders betroffen war der Samstagabend, als allein drei Verbindungen nach Palma de Mallorca kurzfristig gestrichen wurden. Passagiere berichteten von langen Schlangen an den Service-Schaltern, wo überlastetes Personal kaum Auskunft über Ersatzflüge oder Entschädigungen geben konnte.

Laut Daten der Flugsicherungsbehörde Eurocontrol waren am Wochenende rund 20 Prozent aller Flüge zwischen Deutschland und den Balearen von Verzögerungen betroffen – ein Wert, der deutlich über dem Durchschnitt der Vorwochen liegt. Als Hauptgründe nannte ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS) Personalengpässe bei Bodenabfertigung und Luftraumüberlastung über Südeuropa. Die Situation spitzte sich zu, als ein technischer Defekt an einem Flugzeug der Lufthansa-Tochter Eurowings zu einer Kettenreaktion führte: Folgeflüge mussten umdisponiert werden, was zusätzliche Wartezeiten zur Folge hatte.

Besonders frustrierend für viele Urlauber war die mangelnde Transparenz. Während einige Airlines wie Condor und TUIfly über ihre Apps Echtzeit-Updates bereitstellten, erhielten Passagiere anderer Fluggesellschaften erst kurz vor Abflug eine Stornierungsmitteilung – oft, wenn sie bereits am Gate standen. Ein Reisender, der mit seiner Familie seit fünf Stunden auf einen Ersatzflug wartete, kritisierte gegenüber lokalen Medien: „Man wird im Dunkeln gelassen, während die Kinder ungeduldig werden.“

Die Folgen der Ausfälle zeigen sich auch in Palma: Dort häufen sich Berichte über verlorenes Gepäck, da viele Koffer der gestrichenen Flüge nicht rechtzeitig umgeleitet werden konnten. Der Flughafen Palma hat inzwischen zusätzliche Schalter für Nachmeldungen eingerichtet, doch die Bearbeitung dauert – einige Touristen mussten ohne ihr Gepäck in die Hotels aufbrechen.

Welche Airlines streiken – und wer noch Alternativen anbietet

Der aktuelle Streik der Lufthansa-Bodenmitarbeiter in München trifft die beliebte Route nach Palma besonders hart. Laut Angaben des Flughafens sind allein am Samstag über 30 der geplanten 85 Verbindungen gestrichen worden – eine Ausfallquote von fast 35%. Betroffen sind vor allem Passagiere mit Buchungen bei Lufthansa und deren Tochtergesellschaften Eurowings sowie Austrian Airlines, die ebenfalls Teile ihres Personals in München einsetzen. Die Gewerkschaft Verdi kündigte an, die Arbeitsniederlegungen bis mindestens Sonntagabend fortzusetzen, was weitere Stornierungen wahrscheinlich macht.

Wer kurzfristig nach Alternativen sucht, findet bei einigen Billigfliegern noch freie Kapazitäten. Condor bietet auf der Strecke München–Palma zusätzliche Flüge mit größeren Maschinen an und hat laut eigener Aussage rund 2.000 Sitzplätze extra freigeschaltet. Auch Ryanair und EasyJet fliegen die Route weiterhin planmäßig, allerdings sind die Preise für Last-Minute-Tickets bereits deutlich gestiegen – teilweise um über 60% im Vergleich zum Vorwochenpreis.

Fluggesellschaften wie TUIfly und Corendon Airlines, die normalerweise saisonale Charterflüge anbieten, haben ebenfalls spontan Plätze für Individualreisende geöffnet. Branchenkenner weisen jedoch darauf hin, dass diese Optionen oft mit längeren Wartezeiten am Flughafen verbunden sind, da die Abfertigung bei Charterflügen meist langsamer läuft als bei Linienmaschinen. Wer flexibel ist, kann auch über Umsteigeverbindungen nachdenken: Air France und KLM bieten noch Verbindungen über Paris bzw. Amsterdam an, allerdings mit deutlich längeren Reisezeiten.

Reisende, die ihre Flüge über ein Portal wie Kayak oder Skyscanner gebucht haben, sollten prüfen, ob ihre Buchung automatisch auf eine alternative Airline umgebucht werden kann. Viele Vergleichsportale arbeiten mit Systemen, die bei Streiks automatisch nach verfügbaren Ersatzflügen suchen – eine Option, die laut einer Studie der Universität St. Gallen in 40% der Fälle erfolgreich ist, wenn die Umbuchung innerhalb der ersten sechs Stunden nach Stornierung erfolgt.

Rechte der Passagiere bei Ausfällen: Entschädigung oder Ersatzflug?

Stornierte Flüge zwischen München und Palma werfen für Betroffene sofort die Frage auf: Welche Rechte haben Passagiere, wenn die Airline kurzfristig streicht? Die EU-Verordnung 261/2004 gibt hier klare Vorgaben – und die sind verbindlich für alle Fluggesellschaften, die von europäischen Flughäfen abheben. Bei einer Annullierung weniger als 14 Tage vor Abflug steht Reisenden in den meisten Fällen eine Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro zu, abhängig von der Streckenlänge. Die Strecke München–Palma fällt mit rund 1.200 Kilometern in die mittlere Kategorie, was bei kurzfristigen Ausfällen Anspruch auf 400 Euro pro Person bedeutet.

Doch nicht immer gibt es bares Geld. Die Airline kann die Entschädigung umgehen, wenn sie nachweist, dass der Ausfall auf „außergewöhnliche Umstände“ wie extremes Wetter oder Streiks der Flugsicherung zurückzuführen ist. Aktuelle Daten des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen zeigen jedoch: In über 60 Prozent der Fälle werden Annullierungen durch interne Probleme der Airlines verursacht – etwa Personalmangel oder technische Defekte. Hier haben Passagiere Anspruch auf Ersatzbeförderung zum nächstmöglichen Zeitpunkt oder eine vollständige Rückerstattung des Ticketpreises.

Praktisch wird es kompliziert, wenn die Airline nur Gutscheine anbietet. Rechtlich sind Passagiere nicht verpflichtet, diese anzunehmen. Wer sein Geld zurückverlangt, sollte schriftlich Widerspruch einlegen und eine Frist von 30 Tagen setzen. Bei Ablehnung hilft oft die Beschwerde bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) – ein kostenloses Verfahren, das in vier von fünf Fällen zugunsten der Reisenden entschieden wird.

Ein Sonderfall: die sogenannte „Denied Boarding“-Situation, wenn die Airline mehr Tickets verkauft als Sitze vorhanden sind. Hier greift die Entschädigungspflicht sofort – selbst wenn der Flug später doch stattfindet. Betroffene sollten sich am Schalter umgehend eine schriftliche Bestätigung über die Verweigerung der Beförderung geben lassen.

Prognose: Wann sich die Lage auf der Ferienstrecke entspannt

Die akuten Engpässe auf der Ferienroute München–Palma könnten sich frühestens ab Mitte nächster Woche merklich entspannen. Aktuell blockieren vor allem Personalengpässe bei Bodenabfertigung und Luftverkehrskontrolle den reibungslosen Ablauf. Laut Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) sind an diesem Wochenende bis zu 25 Prozent der geplanten Starts und Landungen in München von Verzögerungen betroffen – ein Wert, der deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Monate liegt.

Experten aus der Luftfahrtbranche rechnen damit, dass sich die Situation schrittweise normalisiert, sobald die Urlaubshochsaison ihren Höhepunkt überschritten hat. Besonders kritisch bleibt die Lage an den Wochenenden, wenn Reiserückkehrer und Neuanreisen aufeinandertreffen. Die Airlines haben zwar zusätzliche Crews eingeteilt, doch die Koordination mit externen Dienstleistern wie Catering oder Gepäckabfertigung stockt weiterhin.

Ein Lichtblick: Die Wetterprognosen für die kommenden Tage sagen stabile Bedingungen voraus. Bei anhaltend gutem Flugwetter könnten Verspätungen zumindest nicht durch zusätzliche Wetterkapriolen verstärkt werden. Dennoch warnen Branchenkenner davor, zu früh von einer vollständigen Entwarnung zu sprechen – nach den Erfahrungen der letzten Sommer könnte es noch bis Ende August zu sporadischen Überlastungen kommen.

Reisende, die in den nächsten Tagen von München nach Palma fliegen, sollten sich auf Wartezeiten einstellen und die Check-in-Zeiten der Airlines genau beachten. Einige Fluggesellschaften empfehlen bereits, drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, um Puffer für mögliche Verzögerungen bei Sicherheitskontrollen oder Boarding zu haben.

Die Verbindung zwischen München und Palma bleibt am Wochenende eine Herausforderung: Stornierungen und massive Verspätungen prägen das Bild, verursacht durch Personalmangel, technische Probleme und die anhaltend hohe Nachfrage nach Mallorcareisen. Wer flexibel reagieren kann, sollte Alternativrouten über Barcelona oder Madrid prüfen oder auf frühere Abflüge ausweichen, um das Risiko zu minimieren.

Reisende tun gut daran, sich vorab über die aktuellen Flugpläne zu informieren, die Apps der Airlines aktiv zu nutzen und bei kritischen Verbindungen ausreichend Pufferzeit einzuplanen – besonders, wenn Anschlussflüge oder wichtige Termine auf der Insel anstehen. Mit dem Beginn der Herbstsaison könnte sich die Lage entspannen, doch bis dahin bleibt Geduld und Vorbereitung der beste Begleiter für alle, die zwischen Bayern und den Balearen unterwegs sind.