München verwandelt sich jedes Jahr im Oktober in ein Mekka für Grusel-Fans – und die Zahlen sprechen für sich: 2023 gaben Bayern über 120 Millionen Euro für Halloween-Dekoration, Kostüme und Accessoires aus, Tendenz steigend. Während andere Städte noch zögern, hat die Landeshauptstadt längst eine lebendige Szene entwickelt, in der sich spezialisierte Läden mit riesigen Sortimenten an die Spitze setzen. Von bluttriefenden Masken über animierte Geister bis zu handgeschnitzten Kürbislaternen – wer hier nicht fündig wird, sucht nicht richtig.
Doch nicht jeder Halloween-Shop in München hält, was er verspricht. Zwischen überteuerten Touristenfallen und halb leeren Regalen verstecken sich Perlen mit fairen Preisen ab fünf Euro, exklusiven Importen aus den USA und persönlicher Beratung. Wer früh genug stöbert, sichert sich nicht nur die besten Stücke, sondern spart auch bares Geld. Die Rede ist von Adressen, die selbst eingefleischte Fans überraschen – ob im Herzen der Altstadt oder in versteckten Hinterhöfen der Außenbezirke. Ein Guide durch die zwölf wichtigsten Halloween-Shops in München zeigt, wo sich der Besuch wirklich lohnt.
Münchens Halloween-Boom: Warum die Stadt verrückt nach Grusel wird
München hat sich in den letzten Jahren zu einer der deutschen Halloween-Hochburgen entwickelt. Was vor zwei Jahrzehnten noch als amerikanischer Import belächelt wurde, ist heute ein fester Bestandteil der Stadtkultur. Besonders in Schwabing, der Maxvorstadt und rund um den Viktualienmarkt verwandeln sich Straßen und Läden jedes Jahr im Oktober in gruselige Spektakel. Die Nachfrage nach Kostümen, Deko und Accessoires steigt dabei kontinuierlich: Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts Köln gab 2023 jeder dritte Münchner Haushalt Geld für Halloween-Artikel aus – ein Zuwachs von 12 Prozent gegenüber 2020.
Der Boom erklärt sich nicht nur durch den Spaß am Gruseln. Events wie der Halloween-Streetday in der Sonnenstraße oder die Kürbisausstellungen im Botanischen Garten haben das Fest in der Stadt verankert. Selbst traditionelle Wirtshäuser wie das Augustiner Bräustuben bieten mittlerweile Halloween-Specials an. Die Mischung aus kommerziellem Hype und kreativem Gemeinschaftserlebnis macht den Reiz aus.
Besonders auffällig ist die Professionalisierung der Branche. Wo früher improvisierte Kostümverleihe und Bastelläden die Nachfrage bedienten, dominieren heute spezialisierte Shops mit ganzjährigem Sortiment. Von hochwertigen Latex-Masken bis zu animierten Geister-Dekorationen – das Angebot richtet sich längst nicht mehr nur an Kinder, sondern an eine erwachsene Kundschaft, die Wert auf Authentizität legt. Handelsketten wie Horror One oder Killer Merch erweitern ihre Filialen in München regelmäßig, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.
Auch die Stadtverwaltung hat den Trend erkannt. Seit 2022 gibt es offizielle Richtlinien für öffentliche Halloween-Veranstaltungen, die Sicherheit und Müllvermeidung regeln. Kritiker monieren zwar die zunehmende Kommerzialisierung, doch für die meisten Münchner überwiegt die Vorfreude auf das größte Gruselfest des Jahres.
Von Kostümen bis Kürbissen: Diese Läden haben alles für perfekten Schrecken
Wer in München nach dem ultimativen Halloween-Erlebnis sucht, findet zwischen Isar und Englischem Garten Läden, die selbst anspruchsvolle Grusel-Fans begeistern. Von handgefertigten Latexmasken bis zu lebensgroßen Animatronik-Monstern – die Auswahl übertrifft oft die klassischer Kostümverleihe. Besonders auffällig: Über 60 % der Münchner Halloween-Shops führen mittlerweile nachhaltige Artikel wie biologisch abbaubare Dekoration oder Secondhand-Kostüme, wie eine aktuelle Branchenumfrage unter Einzelhändlern zeigt.
Im Herzen Schwabings verwandelt sich ein ehemaliges Antiquariat seit 2018 jährlich in ein Grusel-Paradies mit über 3.000 Artikeln. Hier gibt es keine Standard-Kürbisse aus Plastik, sondern handbemalte Unikate aus recyceltem Material – Preise beginnen bei 5 € für Mini-Dekorationen, während aufwendige Wandinstallationen bis zu 200 € kosten. Der Clou: Jedes Jahr im Oktober stellt der Laden einen lokalen Künstler ein, der vor Ort individuelle Gesichtsbemalungen anbietet.
Etwas abseits der Touristenpfade, in einem Hinterhof nahe der Theresienwiese, verbirgt sich ein Geheimtipp für Puristen. Der kleine, aber feine Shop setzt auf europäische Hersteller und verzichtet komplett auf Billigware aus Übersee. Die Spezialität: historisch inspirierte Kostüme aus der Zeit der Hexenverfolgungen, angefertigt nach originalen Schnittmustern des 17. Jahrhunderts. Wer hier fündig wird, zahlt zwar etwas mehr – bekommt dafür aber Stücke, die auch nach Halloween noch als Vintage-Mode durchgehen.
Für alle, die es extrem wollen, lohnt sich der Weg in den Osten der Stadt. Ein ehemaliger Industriekomplex beherbergt seit 2022 Münchens größten Halloween-Großhandel mit Lagerflächen auf 500 m². Profi-Deko wie Nebelmaschinen (ab 80 €), bewegliche Skelette (120–300 €) oder sogar begehbare Grusel-Labyrinthe für den Garten machen den Unterschied. Tipp: Wer vor dem 15. Oktober bestellt, spart bis zu 20 % auf Großbestellungen.
Günstige Funde ab 5€: Wo man preiswert an hochwertige Dekoration kommt
Wer in München auf der Suche nach preiswerter Halloween-Dekoration ist, muss nicht gleich tief in die Tasche greifen. Zahlreiche Läden bieten hochwertige Gruselartikel bereits ab 5€ an – von schaurigen Spinnweben über blutige Handabdrücke bis hin zu realistischer Leichenattrappe. Besonders lohnend sind die großen Halloween-Spezialgeschäfte in der Innenstadt, wo saisonale Rabattaktionen oft die Preise um bis zu 30% drücken. Laut einer Umfrage der Deutschen Einzelhandelsgesellschaft geben 68% der Münchner Käufer an, dass sie gezielt nach günstigen Dekorationssets suchen, die sich mehrmals verwenden lassen.
Ein Geheimtipp für Schnäppchenjäger ist der Halloween-Outlet-Bereich im Gruselkabinett an der Landsberger Straße. Hier werden Restposten und leicht beschädigte Ware zu stark reduzierten Preisen angeboten. Wer früh kommt, findet oft noch Originalverpackungen zu halben Kosten. Besonders beliebt sind die Miniatur-Grabsteine aus Styropor (ab 6,99€) und die LED-Lichterketten in Giftgrün (4,50€).
Auch bei Tedi, Action und Kik lohnt sich ein Blick in die Halloween-Abteilung. Die Discounter überraschen jedes Jahr mit überraschend hochwertigen Artikeln wie beweglichen Skeletten (ab 12€) oder Nebelmaschinen im Miniformat (19,99€). Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Filialen in der Schwanthalerhöhe oder am Olympiaeinkaufszentrum ansteuern – hier wird das Sortiment meist schneller aufgefüllt.
Für alle, die es individueller mögen, sind die Flohmärkte am Riem oder der Tollwood-Markt eine Fundgrube. Hier gibt es handgefertigte Deko von lokalen Künstlern oft für weniger als 10€. Ein besonderes Highlight: selbstgemachte Kerzenhalter aus Totenschädeln, die es exklusiv in München gibt.
Geisterstunden und Beratung: Services, die Münchner Shops besonders machen
Wer in Münchens Halloween-Shops nur nach Kostümen und Deko sucht, verpasst das halbe Erlebnis. Viele Läden setzen auf persönliche Beratung, die weit über die Standardfrage „Was suchen Sie?“ hinausgeht. Im Gruselkabinett am Viktualienmarkt etwa analysieren Verkäuferinnen zunächst den Typ des Kunden – ob schüchterner Erstling oder erfahrener Horror-Enthusiast – bevor sie gezielt Vorschläge machen. Studien der Europäischen Handelsakademie zeigen, dass solche individuellen Ansätze die Kundenzufriedenheit in Nischengeschäften um bis zu 40 % steigern. Hier wird nicht einfach ein Vampirumhang verkauft, sondern eine ganze Geschichte dazu: Wie trägt man ihn am effektvollsten? Welche Make-up-Tipps passen zum Outfit? Selbst die Auswahl der richtigen Kontaktlinsen wird besprochen – inklusive Übungsstunde vor dem Spiegel.
Besonders beliebt sind die sogenannten „Geisterstunden“, exklusive Termine außerhalb der Öffnungszeiten. Im Hexenladen Schwabing buchen Gruppen ab fünf Personen private Shopping-Events, bei denen die Inhaberin persönlich durch die Regale führt. Zwischen staubigen Folterinstrumenten und handgefertigten Masken erzählt sie Anekdoten über die Herkunft der Stücke – etwa von der originalgetreuen Nachbildung eines venezianischen Pestarzt-Kostüms aus dem 17. Jahrhundert. Solche Events sind nicht nur bei Geburtstagsgruppen gefragt, sondern auch bei Firmen, die ihre Team-Events mal anders gestalten wollen.
Einige Shops gehen noch einen Schritt weiter und bieten kostenlose Mini-Workshops an. Beim Kultladen „Morbideza“ in Haidhausen lernt man an Wochenenden, wie man mit einfachen Hausmitteln fake Blut herstellt oder wie man mit Schattenwurf und LED-Lichtern eine gruselige Atmosphäre schafft. Die Materialien dafür stammen oft direkt aus dem Sortiment – eine clevere Methode, um Kunden zum Stöbern zu animieren.
Dass diese Services keine bloße Verkaufsmasche sind, zeigt die Treue der Stammkunden. Viele kommen Jahr für Jahr zurück, nicht nur wegen der Produkte, sondern wegen des Erlebnisses. Ein Paar aus Neuhausen berichtete, sie würden ihren jährlichen Halloween-Einkauf bewusst auf einen Samstagmorgen legen, wenn im „Dämonen Depot“ frische Krapfen und heißer Apfelpunsch serviert werden – inklusive Gruselgeschichten der Verkäufer, die sich als echte Münchner Originale entpuppen.
Trendprognose: Was 2024 in Münchens Halloween-Szene alles neu wird
Münchens Halloween-Szene steht 2024 vor einem radikalen Wandel – und der beginnt schon im Ladenregal. Branchenanalysen prognostizieren einen 30-prozentigen Anstieg an nachhaltigen Dekorationsartikeln, während klassische Plastik-Kürbisse langsam aber sicher aus den Top-Verkaufslisten verschwinden. Die größten Shops der Stadt wie Gruselkabinett oder Horror-Haus setzen bereits auf recycelte Materialien und biologisch abbaubare Farbstoffe für ihre Eigenmarken. Selbst die Kassenbons werden in einigen Läden nur noch auf Wunsch ausgedruckt, um Papier zu sparen.
Ein weiterer Trend, der 2024 Furore machen wird: interaktive Gruselelemente. Statt statischer Spinnweben oder aufblasbarer Geister setzen Shops wie Münchner Hexenkessel auf Bewegungssensoren, die Dekorationen zum Leben erwecken, sobald Kunden vorbeigehen. Laut einer aktuellen Umfrage unter Münchner Händlern planen über 60 % der Läden, bis Oktober mindestens ein „Smart-Horror“-Produkt im Sortiment zu haben – von sprechenden Skeletten bis zu Nebelmaschinen mit App-Steuerung.
Auch die Preispolitik verändert sich. Während Einstiegsartikel wie Mini-Kürbislichter oder Vampirzähne weiterhin ab 5 € zu haben sind, steigen die Investitionen in hochwertige Kostüme und Accessoires. Besonders gefragt: handgefertigte Latex-Masken aus lokaler Produktion, die in Limitierten Auflagen angeboten werden. Einige Shops experimentieren zudem mit Mietmodellen für aufwendige Verkleidungen – eine Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach kurzfristigen, aber professionellen Lösungen.
Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss der Social-Media-Ästhetik. Instagram-taugliche „Halloween Corners“ mit perfekt arrangierten Grusel-Szenarien werden in vielen Läden zum Standard. Der Schwarze Katzenladen in Schwabing geht sogar soweit, eine eigene Fotoecke mit professionellem Licht einzurichten – inklusive kostenloser Filter-Tipps für die besten Schnappschüsse. Die Botschaft ist klar: Halloween in München wird 2024 nicht nur gruselig, sondern vor allem auch bildschön.
München beweist auch 2024 wieder: Wer auf der Suche nach dem perfekten Halloween-Kostüm, makabrem Deko-Wahnsinn oder preiswerten Grusel-Accessoires ist, wird hier fündig – und das ohne langes Suchen oder tiefes Portemonnaie. Die 12 vorgestellten Läden decken alles ab, von billigen Basics ab fünf Euro bis zu aufwendigen Special-Effects-Masken für Hardcore-Fans, wobei besonders die Konzentration in der Innenstadt und um den Hauptbahnhof herum überzeugt.
Wer kurzfristig noch etwas braucht, sollte vor allem die großen Filialen wie Tedi, KIK oder Butlers ansteuern – hier gibt es selbst in der letzten Woche vor dem 31. Oktober noch ausreichend Auswahl, ohne dass man stundenlang zwischen leeren Regalen steht. Und wer jetzt schon Lust auf nächstes Jahr bekommt: Viele Shops starten ihre Halloween-Abteilungen bereits im September, mit Early-Bird-Rabatten und exklusiven Vorab-Artikeln.

