Mit zwölf komplett neuen Ausbildungsgängen geht die Münchner Volkshochschule (mvhs münchen) im Herbst 2024 an den Start – ein Rekord in der fast 100-jährigen Geschichte der Einrichtung. Von zukunftsorientierten IT-Zertifikatslehrgängen über nachhaltige Handwerksberufe bis hin zu spezialisierten Pflegeausbildungen deckt das erweiterte Programm erstmals Lücken ab, die der lokale Arbeitsmarkt seit Jahren klagt. Besonders auffällig: Fast die Hälfte der neuen Angebote entsteht in direkter Zusammenarbeit mit Münchner Unternehmen, die dringend Fachkräfte suchen.
Für Berufseinsteiger wie Quereinsteiger bedeutet das eine seltene Chance. Die mvhs münchen reagiert damit nicht nur auf den akuten Fachkräftemangel, sondern setzt gezielt auf praxisnahe Qualifizierungen, die ohne lange Theorieblöcke auskommen. Wer etwa im Bereich erneuerbare Energien oder digitaler Gesundheitsmanagement durchstarten will, findet ab September passgenaue Kurse – oft mit garantierten Praktikumsplätzen bei Kooperationspartnern wie den Stadtwerken München oder der LMU-Klinik. Das Besondere: Viele der neuen Gänge sind so konzipiert, dass sie auch neben Beruf oder Familie absolviert werden können.
Die MVHS München als Säule der Erwachsenenbildung
Seit über 70 Jahren prägt die Münchner Volkshochschule (MVHS) das Bildungsangebot der Stadt – nicht als starrer Institutionenriegel, sondern als lebendiger Lernort, der sich stetig weiterentwickelt. Mit jährlich rund 1,2 Millionen Unterrichtsstunden und über 100.000 Teilnehmenden gehört sie zu den größten kommunalen Weiterbildungseinrichtungen Deutschlands. Doch Zahlen allein erzählen nur die halbe Geschichte: Was die MVHS auszeichnet, ist ihr Anspruch, Bildung als Werkzeug für gesellschaftliche Teilhabe zu begreifen – unabhängig von Herkunft, Alter oder Vorbildung.
Während andere Bildungsanbieter oft auf standardisierte Lehrpläne setzen, reagiert die MVHS flexibel auf aktuelle Bedarfe. Die Einführung von 12 neuen Ausbildungsgängen im Herbst 2024 folgt dieser Tradition. Studien der Deutschen Gesellschaft für Erwachsenenbildung zeigen, dass besonders praxisnahe Qualifizierungen in den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit aktuell nachgefragt werden – genau hier setzt die MVHS an. Ob Zertifikatslehrgänge für IT-Sicherheit oder Weiterbildungen im klimaneutralen Bauen: Die Kurse entstehen in enger Abstimmung mit lokalen Unternehmen und öffentlichen Trägern.
Dass lebenslanges Lernen kein leeres Schlagwort bleibt, beweist die MVHS durch ihre vielfältigen Kooperationen. So arbeitet sie etwa mit der Handwerkskammer, der IHK und Münchner Hochschulen zusammen, um Abschlüsse anerkennungsfähig zu gestalten. Besonders im Fokus stehen dabei Berufstätige, die sich neben dem Job weiterqualifizieren möchten. Durch modulaire Aufbaukonzepte und digitale Lernformate werden Hürden abgebaut – ein Ansatz, der laut aktueller Bildungsberichte die Abbrecherquoten in der Erwachsenenbildung deutlich senkt.
Doch die MVHS versteht sich nicht nur als Ausbilderin, sondern auch als Impulsgeberin für den öffentlichen Diskurs. Regelmäßige Podiumsdiskussionen, Stadtspaziergänge zu historischen Themen oder Workshops zur politischen Bildung ergänzen das Programm. Diese Mischung aus handfestem Wissen und gesellschaftlichem Austausch macht sie zu einer Säule der Münchner Bildungslandschaft – und zu einem Ort, an dem Lernen mit Leben gefüllt wird.
Diese Fachbereiche dominieren die neuen Lehrgänge
Die Münchner Volkshochschule (MVHS) setzt mit ihren neuen Lehrgängen klare Akzente – besonders in Bereichen, die den Arbeitsmarkt der Zukunft prägen. Über 60 Prozent der neu eingeführten Ausbildungsgänge konzentrieren sich auf digitale Kompetenzen und Nachhaltigkeit, wie eine aktuelle Analyse des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung bestätigt. Damit reagiert die MVHS direkt auf die wachsende Nachfrage nach Qualifikationen, die Unternehmen in München und Bayern dringend suchen.
An der Spitze stehen IT-Zertifikatslehrgänge wie Full-Stack-Development und KI-Grundlagen für Berufstätige. Beide Kurse wurden in Zusammenarbeit mit lokalen Tech-Unternehmen entwickelt, um praxisnahe Inhalte zu garantieren. Während der Full-Stack-Kurs über 12 Monate läuft und mit einem branchenanerkannten Zertifikat abschließt, bietet das KI-Modul komprimiert in drei Monaten Einblicke in Machine Learning und Datenanalyse – ideal für Fachkräfte, die ihre Karriere um digitale Skills erweitern wollen.
Ebenso stark vertreten ist der Bereich Nachhaltigkeit. Hier glänzen vor allem die Lehrgänge Zertifizierte:r Nachhaltigkeitsmanager:in und Kreislaufwirtschaft in der Praxis. Letzterer richtet sich speziell an Handwerksbetriebe und Mittelständler, die ihre Produktionsprozesse umstellen möchten. Ein Novum: Die MVHS kooperiert dafür mit der IHK München, um Absolvent:innen den direkten Einstieg in bestehende Förderprogramme zu ermöglichen.
Gesundheit und Soziales ergänzen das Portfolio mit zwei neuen Angeboten. Der Lehrgang Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz spricht Führungskräfte an und vermittelt Strategien zur Prävention von Burnout – ein Thema, das laut einer Studie der AOK Bayern 2023 bei 42 Prozent der Münchner Beschäftigten relevant ist. Parallel startet ein Kurs für Demenzbegleitung, der auf den steigenden Bedarf in der Pflege reagiert.
Klassische Sprachen und Integration bleiben ebenfalls im Fokus, allerdings mit modernem Zuschnitt. So gibt es erstmals einen Berufsbezogenen Deutschkurs C1 mit Branchenzertifikat, der speziell auf den Einstieg in MINT-Berufe vorbereitet. Die MVHS kombiniert hier Sprachkompetenz mit fachlichem Vokabular – ein Modell, das bereits in anderen Großstädten wie Berlin erfolgreich läuft.
Zugangsvoraussetzungen und Anmeldeverfahren im Überblick
Die Münchner Volkshochschule (MVHS) setzt auf klare und transparente Kriterien für die neuen Ausbildungsgänge. Grundvoraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss oder eine gleichwertige Qualifikation. Bei berufsbezogenen Lehrgängen wie der Fachkraft für Digitalisierung oder dem Kurs zur Pflegefachhelferin wird zusätzlich praktische Erfahrung oder ein Vorpraktikum verlangt – hier genügen oft drei Monate in einem relevanten Bereich. Für Quereinsteiger bietet die MVHS spezielle Beratungstermine an, um individuelle Lösungen zu finden.
Das Anmeldeverfahren läuft digital über das MVHS-Portal, wo Interessierte ab sofort die Unterlagen hochladen können. Laut einer aktuellen Erhebung der Bayerischen Volkshochschulen steigt die Nachfrage nach berufsqualifizierenden Kursen um 22 % – ein Trend, den die MVHS mit dem vereinfachten Online-Prozess unterstützt. Bewerber erhalten innerhalb von 14 Tagen eine Rückmeldung, ob sie zum Auswahlgespräch eingeladen werden. Bei zertifizierten Abschlüssen wie dem „Fachwirt für nachhaltige Betriebsführung“ ist zudem ein Motivationsschreiben erforderlich.
Für geförderte Ausbildungen gelten Sonderregelungen. So übernimmt das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus bei bestimmten Lehrgängen bis zu 70 % der Kosten, vorausgesetzt, die Teilnehmer erfüllen die Einkommensgrenzen. Die MVHS empfiehlt, sich frühzeitig über Fördermöglichkeiten zu informieren, da die Plätze begrenzt sind. Eine persönliche Anmeldung vor Ort ist nur in Ausnahmefällen nötig – etwa bei fehlenden digitalen Zugängen.
Die Fristen variieren je nach Kurs: Während die meisten Ausbildungen bis zum 15. Juli 2024 Annahmen entgegennehmen, enden die Bewerbungen für die beliebten Gesundheitsberufe bereits am 30. Juni. Spätentschlossene können sich für Restplätze auf die Warteliste setzen lassen. Die MVHS betont, dass auch ohne formale Qualifikation Chancen bestehen – etwa durch Eignungstests oder Nachweise über informell erworbene Kompetenzen.
Wie die Kurse Berufseinsteiger und Quereinsteiger fördern
Die Münchner Volkshochschule (MVHS) setzt mit ihren neuen Ausbildungsgängen gezielt auf praxisnahe Qualifizierung für Berufseinsteiger und Quereinsteiger. Über 60 Prozent der Teilnehmer aus den Vorjahreskursen fanden laut einer internen Erhebung innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss eine feste Anstellung – ein Beleg dafür, wie effektiv die Programme auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. Besonders gefragt sind die neuen Angebote im Bereich Digitalisierung, wo Grundlagenkurse in Datenanalyse oder IT-Projektmanagement selbst ohne Vorkenntnisse den Einstieg ermöglichen. Die MVHS kooperiert hier mit lokalen Unternehmen, um Inhalte direkt an aktuelle Branchenanforderungen anzupassen.
Für Quereinsteiger, die sich beruflich neu orientieren, bietet die MVHS flexible Modelle an. So lassen sich viele Kurse berufsbegleitend absolvieren oder in Teilzeit belegen. Ein Beispiel ist der Zertifikatslehrgang „Nachhaltiges Wirtschaftsmanagement“, der gezielt Fachkräfte aus anderen Bereichen anspricht und ihnen in zwölf Monaten fundiertes Wissen für die wachsende grüne Branche vermittelt. Die Dozenten – allesamt erfahrene Praktiker aus der Wirtschaft – begleiten die Teilnehmer nicht nur fachlich, sondern geben auch konkrete Tipps für Bewerbungsgespräche und Netzwerkaufbau.
Berufseinsteiger profitieren vor allem von den integrierten Praxisphasen. Im neuen Ausbildungsgang „Sozialmanagement“ etwa arbeiten die Kursteilnehmer bereits während der Qualifizierung in sozialen Einrichtungen mit, sammeln Arbeitsproben für ihre Bewerbungsmappen und knüpfen erste Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern. Die MVHS übernimmt dabei oft die Rolle eines Vermittlers und stellt den Austausch zwischen Teilnehmern und lokalen Trägern her. Studien zeigen, dass solche praxisintegrierten Formate die Chancen auf eine Übernahme um bis zu 40 Prozent erhöhen.
Ein weiterer Pluspunkt: Die Kurse sind bewusst niedrigschwellig gestaltet. Von der Anmeldung über die Finanzierungsberatung bis hin zu individuellen Lerncoachings unterstützt die MVHS ihre Teilnehmer bei jedem Schritt. Gerade für Menschen mit Migrationshintergrund oder ohne klassischen Schulabschluss bieten spezielle Vorbereitungskurse die Möglichkeit, fehlende Qualifikationen nachzuholen – etwa in den Bereichen Deutsch als Fremdsprache oder mathematische Grundlagen. So entsteht ein inklusives Bildungsangebot, das unterschiedliche Startbedingungen berücksichtigt.
Langfristige Ziele: München fit für den Arbeitsmarkt machen
Die Münchner Volkshochschule (MVHS) denkt mit ihren neuen Ausbildungsgängen weit über den Herbst 2024 hinaus. Ziel ist es, die Stadt systematisch auf die Herausforderungen des künftigen Arbeitsmarkts vorzubereiten – nicht mit kurzfristigen Lösungen, sondern durch nachhaltige Qualifizierung. Studien des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostizieren, dass bis 2030 fast 40 % der Beschäftigten in Bayern in Berufen arbeiten werden, die heute noch gar nicht existieren oder sich radikal wandeln. Die MVHS reagiert darauf mit einem Mix aus digitalen Kompetenzen, handwerklich-technischen Spezialisierungen und sozialpädagogischen Angeboten, die gezielt Lücken schließen sollen.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Verzahnung von Theorie und Praxis. Kooperationen mit lokalen Unternehmen wie Siemens, der Stadtwerke München oder mittelständischen Handwerksbetrieben sorgen dafür, dass die Inhalte direkt am Bedarf der Wirtschaft ausgerichtet sind. So enthält etwa der neue Ausbildungsgang „Nachhaltige Gebäudetechnik“ Module, die in Zusammenarbeit mit Münchner Energieberatern entwickelt wurden – Absolventen können damit sofort in die Planung klimaneutraler Neubauten einsteigen.
Langfristig will die MVHS auch strukturelle Hürden abbauen. Dazu gehört die gezielte Ansprache von Berufsrückkehrern, Migranten und Quereinsteigern, für die klassische Ausbildungswege oft schwer zugänglich sind. Durch modulaire Kursformate, Abendangebote und digitale Lernplattformen sollen diese Gruppen niedrigschwellig qualifiziert werden. Die Erfahrung zeigt: Wer hier investiert, stärkt nicht nur Einzelne, sondern den gesamten Standort.
Dass das Konzept aufgeht, belegen erste Erfolgsmeldungen aus Pilotprojekten. So fanden 85 % der Teilnehmer eines ähnlichen Programms im Bereich Pflegeassistenz innerhalb von sechs Monaten eine Festanstellung – viele davon in Münchner Kliniken, die händeringend nach Fachkräften suchen. Solche Zahlen untermauern den Ansatz der MVHS, Bildung nicht als Selbstzweck, sondern als Motor für wirtschaftliche Resilienz zu verstehen.
Die Münchner Volkshochschule setzt mit den zwölf neuen Ausbildungsgängen im Herbst 2024 ein klares Zeichen für lebenslanges Lernen – und reagiert damit gezielt auf den wachsenden Bedarf an flexiblen Qualifizierungen in einer sich wandelnden Arbeitswelt. Ob digitale Kompetenzen, handwerkliche Spezialisierungen oder sozialpädagogische Weiterbildungen: Das Angebot deckt Branchen ab, in denen Fachkräfte händeringend gesucht werden, und macht Bildung für Berufstätige, Wiedereinsteiger:innen und Quereinsteiger:innen greifbarer denn je.
Wer jetzt von den neuen Programmen profitieren will, sollte die Anmeldefristen im Auge behalten und frühzeitig die individuellen Fördermöglichkeiten prüfen – etwa über Bildungsgutscheine oder das Aufstiegs-BAföG, das viele Kurse zu einem Bruchteil der Kosten ermöglicht. Mit diesem Schritt festigt die MVHS nicht nur ihren Ruf als Innovatorin der Erwachsenenbildung, sondern zeigt auch, wie kommunale Bildungsangebote konkret zur Fachkräftesicherung beitragen können.

