Mit 15 regionalen Currys von Kashmir bis Kerala setzt das neu eröffnete Bombay Spice House in München-Schwabing Maßstäbe – und beweist, dass die bayerische Metropole längst mehr als nur Brezn und Schweinshaxe zu bieten hat. Das Konzept ist klar: Keine angepassten „Deutschland-Gerichte“, sondern authentische Rezepte, die selbst eingewanderte Inder überraschen. Die Küche verzichtet auf Fertigsaucen, mahlt Gewürze täglich frisch und serviert sogar seltene Spezialitäten wie das scharfe Chettinad Chicken aus Tamil Nadu oder das cremige Rogan Josh aus Kaschmir. Wer hier bestellt, bekommt keine standardisierte „Butter-Chicken“-Variante, sondern eine Geschmacksexplosion, die direkt aus den Gassen Delhis oder den Küsten Goas stammt.
Für Münchens Szene ist die Eröffnung ein Glücksfall. Während viele indische Restaurants in München entweder auf Fast-Food-Formate oder abgemilderte Touristenmenüs setzen, geht das Bombay Spice House den gegenteiligen Weg: puristisch, aber nicht elitär. Die Location in der Leopoldstraße – unweit des Englischen Gartens – spricht gezielt Feinschmecker an, die mehr wollen als die üblichen Tikka Masala-Klischees. Dass hier sogar vegane Optionen wie das südindische Avial oder glutenfreie Dosas auf der Karte stehen, unterstreicht den Anspruch. Wer in München nach echtem indischem Restaurant-Erlebnis sucht, findet es jetzt zwischen Schwabinger Bohème und traditioneller Gewürzkunst.
Von der Mumbai-Küche in die Maxvorstadt
Wer die Tür zu Bombay Curry House in der Schellingstraße aufstößt, wird nicht von üppigen Bollywood-Dekorationen oder klischeehaften Elefantenskulpturen empfangen. Stattdessen dominieren schlichte Holztische, warmes Licht und der unverkennbare Duft von Kreuzkümmel, der sich mit dem Rauch frisch gebratener Gewürze vermischt. Die Küche hier folgt keinem Standard-Indiabuffet-Konzept, sondern setzt auf Authentizität – und die beginnt mit dem Team: Drei Köche aus Mumbai, darunter ein ehemaliger Sternekoch aus einem der Top-10-Restaurants der Stadt, haben die Speisekarte entwickelt.
Besonders stolz ist das Team auf die 15 regionalen Currys, die allesamt auf traditionellen Familienrezepten basieren. Während viele indische Restaurants in München ihre Gerichte an deutsche Geschmacksvorlieben anpassen, bleibt hier die Schärfe erhalten – allerdings nicht als Selbstzweck, sondern als Teil des Geschmacksprofils. Studien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zeigen, dass über 60 % der Münchner bei indischem Essen „mild“ oder „mittel“ bestellen; im Bombay Curry House wird stattdessen erklärt, wie man Schärfe richtig dosiert, etwa durch Joghurt-Dips oder frischen Koriander. Wer mutig ist, probiert das Kolhapuri Mutton, ein Lammcurry aus Maharashtra mit einer komplexen Mischung aus 12 Gewürzen, das in München bisher kaum zu finden war.
Die Zutaten kommen weitgehend aus regionalem Anbau – nicht aus Indien, sondern von Bauernhöfen in Bayern und Baden-Württemberg. Basmatireis aus der Pfalz, Karotten aus dem Allgäu und sogar lokal gezüchtete Korianderblätter finden sich in den Töpfen. Nur die Gewürze werden direkt aus Kerala und Tamil Nadu importiert, gemahlen erst kurz vor der Zubereitung. Diese Kombination aus heimatverbundenen Aromen und lokaler Frische macht den Unterschied.
Ein Detail verrät die Liebe zum Handwerk: Die Pao-Brote, ein weiches Milchbrötchen aus Mumbai, werden hier nicht tiefgekühlt angeliefert, sondern täglich frisch im Steinofen gebacken. Wer sie mit dem Bombay Duck Curry – einem scharfen Fischcurry, der trotz seines Namens nichts mit Ente zu tun hat – kombiniert, versteht schnell, warum die Schlange vor der Tür oft bis auf die Straße reicht.
Fünf Gewürzmischungen, die hier frisch gemahlen werden
Wer das frisch eröffnete Bombay Masala House in Schwabing betritt, wird sofort vom intensiven Aroma frisch gemahlener Gewürze umhüllt. Fünf hausgemachte Mischungen bilden das Herzstück der Küche – jede davon nach traditionellen Rezepten aus unterschiedlichen Regionen Indiens zubereitet. Studien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zeigen, dass frisch gemahlene Gewürze bis zu 60 % mehr Aromastoffe freisetzen als vorgefertigte Pulver. Hier werden sie täglich in kleinen Mengen im Mörser zerkleinert, um die volle Würzkraft zu erhalten.
Die Garam Masala-Variante des Restaurants stammt aus dem Norden und vereint warme Noten von Zimt, Kardamom und schwarzem Pfeffer mit einer dezenten Räuchernote durch geröstete Koriandersamen. Besonders überzeugend kommt sie im Butter Chicken zur Geltung, wo sie dem Sahnejoghurt-Dip eine tiefe, leicht süßliche Komplexität verleiht. Wer es schärfer mag, greift zur Chettinad-Mischung aus Tamil Nadu – eine explosive Kombination aus getrockneten Chilischoten, Kurkuma und Fenchelsamen, die dem Lamm-Curry seine charakteristische Feuerkraft gibt.
Für Fischliebhaber lohnt sich die Malabar-Masala mit ihrem hohen Anteil an Kokosraspeln und Curryblättern. Sie wird ausschließlich für die Meeresfrüchte-Currys verwendet und verleiht Gerichten wie dem Kingfish Moilee eine cremige, leicht zitronige Frische. Interessant auch die Panch Phoron-Mischung aus Bengalen: Fünf ganze Samen (Fenchel, Schwarzkümmel, Senf, Mohn und Bockshornklee) werden erst in heißem Ghee angeröstet, bevor sie im Mörser grob zerkleinert werden. Das Ergebnis ist ein nussiges, fast knuspriges Aroma, das im Dal Tadka besonders gut zur Geltung kommt.
Die fünfte Kreation, eine süße Masala-Mischung mit Rosenblättern und Safran, überrascht in Desserts wie dem Shahi Tukda. Hier zeigt sich, wie vielseitig indische Gewürzkunst sein kann – fernab von Klischees über reine Schärfe. Wer die Mischungen probieren möchte, kann sie im Restaurant auch in kleinen Dosen für zu Hause erwerben.
Warum der Chef persönlich die Chutneys einkocht
Wer im neuen Masala Haus in Schwabing die gläsernen Regale hinter der Theke betrachtet, wird schnell fündig: Zwischen den dampfenden Töpfen mit Rogan Josh und Vindaloo reihen sich handbeschriftete Etiketten an Einmachgläsern. Darin schimmern Chutneys in allen Rottönen – von hellem Tamarinden-Gold bis zu tiefem Chilidunkel. Dass ausgerechnet der Restaurantgründer diese Spezialitäten selbst einkocht, ist kein Zufall, sondern Programm. Studien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zeigen, dass über 60 Prozent der Gäste in indischen Restaurants gezielt nach hausgemachten Beilagen fragen. Hier wird die Antwort serviert: direkt aus der Küche des Chefs.
Die Idee entstand während seiner Reisen durch Kerala und Punjab, wo er in Familienküchen beobachtete, wie Chutneys nicht einfach zubereitet, sondern über Stunden entwickelt werden. Backsteinrote Bhavnagari-Chilis für die scharfe Variante, frische Kokosraspeln für die milde – die Zutaten stammen aus speziellen Großhandelskanälen, die sonst nur Gewürzhändler in Mumbai nutzen. Der Aufwand lohnt sich. Während industriell hergestellte Chutneys oft mit Konservierungsstoffen oder Zuckerstreckung arbeiten, setzt das Masala Haus auf die ursprüngliche Methode: langsames Köcheln in Kupferkesseln, bis die Aromen verschmelzen.
Besonders stolz ist der Chef auf seine Mango-Ginger-Chutney, eine Rarität selbst in Indien. Die Basis bilden unreife Mangos aus Gujarat, die erst nach wochenlanger Reifung in Salzlake ihren charakteristischen säuerlich-süßen Geschmack entfalten. Dazu kommt frischer Ingwer aus kontrolliertem Anbau – keine Pulvervariante, wie sie viele Restaurants verwenden. Das Ergebnis ist eine Textur zwischen cremig und stückig, die sich gleichmäßig über Dosai oder als Dip zu Pakora verteilt. Regelmäßige Gäste haben bereits begonnen, Gläser davon mitzunehmen; eine ungeschriebene Regel, die hier geduldet wird.
Dass der Chef persönlich rührt, hat auch praktische Gründe. Chutneys verraten mehr über ein Restaurant als jedes Curry. Sie sind der Lackmustest für Balance – zwischen Schärfe und Süße, zwischen Tradition und lokaler Anpassung. In München bedeutet das etwa, die Schärfegraden leicht zu reduzieren, ohne die Komplexität der Gewürze zu opfern. Wer genau hinschaut, entdeckt in der Küche sogar ein separates Regal mit deutschen Äpfeln und Zwiebeln, die in kleinen Chargen zu experimentellen Varianten verarbeitet werden. Eine Hommage an die bayerische Region, die hier auf indische Handwerkskunst trifft.
Reservierungstipps für die ersten Wochen
Wer in den ersten Wochen im neuen Bombay Masala House in Schwabing einen Tisch ergattern will, sollte nicht zögern. Die ersten Reservierungsdaten zeigen: Über 60 Prozent der Plätze für die Eröffnungsphase sind bereits innerhalb von 48 Stunden nach Bekanntgabe der Eröffnung vergeben. Besonders gefragt sind die Wochenendtische zwischen 19 und 21 Uhr – hier lohnt es sich, entweder früh zu buchen oder auf spontane Stornierungen zu hoffen.
Gäste, die flexibel sind, haben bessere Chancen. Wer unter der Woche vor 18 Uhr oder nach 21:30 Uhr reserviert, findet oft noch freie Kapazitäten. Laut Branchenkenner aus der Münchner Gastronomie nutzen viele neue Restaurants die ersten Wochen, um Serviceabläufe zu testen – wer zu Stoßzeiten kommt, muss daher mit etwas längeren Wartezeiten rechnen, selbst mit Reservierung.
Ein Tipp für Gruppen: Tische ab sechs Personen werden priorisiert behandelt, da das Restaurant große Runden gezielt fördert, um die authentische, gesellige Atmosphäre indischer Mahlzeiten zu unterstreichen. Wer mit Freunden oder Familie kommt, sollte das bei der Buchung explizit anmerken – das erhöht die Wahrscheinlichkeit, einen der begehrten Gemeinschaftstische zu bekommen.
Wer keine Lust auf das klassische Telefonroulette hat, kann die Reservierung auch über die Website des Restaurants vornehmen. Dort gibt es ein Echtzeit-Buchungssystem, das freie Plätze direkt anzeigt. Allerdings warnt das Team vor technischen Kinderkrankheiten: In den ersten Tagen kam es vereinzelt zu Doppelbuchungen, weil Nutzer die Bestätigungsmail übersehen hatten. Ein kurzer Anruf zur Sicherung schadet also nicht.
Ein zweiter Standort ist schon in Planung
Der Erfolg des neuen Restaurants Bombay Masala in der Hohenzollernstraße spricht sich schnell herum. Bereits nach vier Wochen Betrieb verzeichnen die Betreiber eine Auslastung von über 80 Prozent an Wochenenden – ein Zeichen dafür, wie sehr Münchner:innen auf authentische regionale Küche aus Indien warten. Besonders die seltenen Spezialitäten wie das Chettinad-Kokos-Curry aus Tamil Nadu oder das scharfe Kolhapuri-Mutton aus Maharashtra ziehen nicht nur Stammgäste, sondern auch Feinschmecker aus dem Umland an.
Angesichts der positiven Resonanz arbeiten die Gründer bereits an einem zweiten Standort. Geplant ist eine Eröffnung im Herbst 2024, diesmal im aufstrebenden Viertel Werksviertel-Mitte. Laut einer Studie der Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) aus 2023 wächst die Nachfrage nach hochwertigen ethnischen Restaurants in deutschen Großstädten jährlich um etwa 12 Prozent – eine Entwicklung, die das Team von Bombay Masala gezielt nutzt.
Der neue Standort soll nicht nur die Speisekarte erweitern, sondern auch ein Konzept mit offener Showküche einführen. Gäste können dann live beobachten, wie die Köche in traditionellen Tandoor-Öfen Fladenbrote backen oder Gewürze frisch im Mörser zerkleinern. Ein besonderer Fokus liegt auf vegetarischen und veganen Gerichten, die in der indischen Küche oft unterschätzt werden, aber bei deutschen Gästen zunehmend beliebt sind.
Während die genauen Details noch unter Verschluss bleiben, deutet alles auf eine größere Fläche mit Platz für bis zu 100 Gäste hin. Ob es auch ein separates Chai-Café geben wird, wie es in Mumbai üblich ist, wollen die Betreiber erst später bekanntgeben. Fest steht: Wer in München künftig zwischen Schwabings Bohème-Charme und dem urbanen Flair des Werksviertels wählen kann, wird zwei völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen authentische indische Erlebnisse vorfinden.
Wer in München auf der Suche nach authentischen indischen Aromen jenseits der üblichen Butter-Chicken-Klischees ist, wird im neuen Bombay Masala House in Schwabing fündig: Hier bringt das Team um Koch Ravi Patel mit 15 regionalen Currys – von der scharfen Chettinad-Zubereitung aus Tamil Nadu bis zum cremigen Kashmiri Rogan Josh – eine Vielfalt auf den Teller, die selbst Kenner überrascht. Die Kombination aus traditionellen Familienrezepten, frischen Zutaten und dem bewussten Verzicht auf künstliche Aromen macht den Unterschied.
Ein Besuch lohnt sich besonders für Gruppen, die sich durch die Thali-Platten probieren oder mit dem Curry-Flight (drei Mini-Portionen) die Bandbreite testen möchten – wer unter der Woche kommt, spart mit dem Mittagsmenü für 12,90 Euro sogar noch bares Geld. Schwabing hat damit nicht nur ein weiteres Restaurant, sondern einen Ort, der die kulinarische Landkarte der Stadt um ein entscheidendes Stück erweitert.

