Bis Ende des Jahres verschwindet REWE aus drei Münchner Stadtteilen. Die Schließung der Filialen in Neuhausen, Schwabing-West und Laim betrifft rund 40 Mitarbeiter, die nun vor ungewissen Arbeitsplätzen stehen. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der der Lebensmitteleinzelhandel ohnehin unter steigenden Kosten und veränderten Konsumgewohnheiten ächzt – doch der abrupten Standortsaufgabe bei REWE München kommt dennoch überraschend.
Für Kunden bedeutet das weniger Auswahl in Quartieren, die bisher von der Nahversorgung des Handelsriesen profitierten. Besonders in Laim, wo die Filiale an der Landsberger Straße seit Jahren als Anlaufstelle für Pendler und Anwohner galt, hinterlässt die Schließung eine Lücke. REWE München begründet den Schritt mit „wirtschaftlichen Herausforderungen“, doch Kritiker vermuten strategische Umstrukturierungen hinter den Kulissen. Die Frage, ob weitere Standorte folgen, bleibt vorerst offen.
Standortschließungen als Folge sinkender Umsätze
Die Entscheidung der REWE München, bis Jahresende drei Standorte zu schließen, folgt einem klaren Muster: Wenn die Umsätze über Monate hinweg um mehr als 15 Prozent einbrechen, wird die Wirtschaftlichkeit einer Filiale neu bewertet. Branchenanalysen zeigen, dass der Lebensmitteleinzelhandel in Ballungsräumen besonders anfällig für solche Entwicklungen ist – vor allem dann, wenn sich das Kaufverhalten der Kunden durch Online-Alternativen oder veränderte Laufwege verschiebt. Bei REWE München kam hinzu, dass zwei der betroffenen Filialen in unmittelbarer Nähe zu größeren Konkurrenten lagen, was den Preisdruck zusätzlich verstärkte.
Laut einer Studie des EHI Retail Institute von 2023 reagieren rund 60 Prozent der Händler auf anhaltende Umsatzrückgänge mit Standortanpassungen – sei es durch Verkleinerung der Verkaufsfläche, Umstellung auf ein anderes Konzept oder, wie in diesem Fall, durch vollständige Schließungen. REWE München hatte bereits in den vergangenen zwei Jahren mehrere Filialen modernisiert, doch bei den nun betroffenen Standorten überstieg der Sanierungsbedarf offensichtlich die zu erwartenden Erträge.
Besonders betroffen sind oft innerstädtische Lagen, wo Mietkosten und Logistikaufwand die Margen zusätzlich belasten. Während Supermärkte in Wohnvierteln mit stabiler Kundschaft meist halten können, geraten Filialen in Geschäftsstraßen oder an stark frequentierten Plätzen zunehmend unter Druck – selbst wenn sie jahrelang profitabel waren.
Die Folgen für die Mitarbeiter sind dabei nur ein Aspekt. Langfristig könnte sich die Schließungswelle auch auf das Marktgefüge auswirken, wenn Kunden auf Discounter oder Lieferdienste ausweichen. REWE München hat zwar angekündigt, betroffene Angestellte wo möglich in anderen Filialen unterzubringen, doch der Verlust von 40 Arbeitsplätzen zeigt, wie schnell strukturelle Veränderungen im Handel greifen.
Drei REWE-Märkte in München geben zum Jahresende auf
Bis zum Jahresende schließen in München drei REWE-Filialen ihre Türen – eine Entscheidung, die nicht nur Kunden, sondern auch rund 40 Mitarbeiter trifft. Betroffen sind die Standorte in der Dom-Pedro-Straße (Neuhausen), der Schleißheimer Straße (Schwabing) sowie in der Werner-Eckert-Straße (Moosach). Die Schließungen markieren einen weiteren Rückzug des Handelsriesen aus der bayerischen Landeshauptstadt, wo die Mietpreise für Einzelhandelsflächen seit 2020 um durchschnittlich 12 Prozent gestiegen sind.
Laut Branchenanalysten spiegelt der Schritt eine bundesweite Entwicklung wider: Supermärkte in innerstädtischen Lagen kämpfen zunehmend mit hohen Betriebskosten und veränderten Einkaufsgewohnheiten. Während Discounter wie Aldi oder Lidl ihre Filialzahlen in Ballungsräumen ausbauen, ziehen sich klassische Vollsortimenter wie REWE aus weniger frequentierten Standorten zurück.
Die betroffenen Märkte zählen nicht zu den umsatzstärksten im Münchner Filialnetz. Besonders der Standort in der Dom-Pedro-Straße litt unter rückläufigen Kundenfrequenzen, seit ein neuer Edeka-Markt nur 300 Meter entfernt eröffnet hatte. REWE selbst begründet die Schließungen mit „wirtschaftlichen Herausforderungen“ und verweist auf Umstrukturierungsmaßnahmen im gesamten Konzern.
Für die 40 Mitarbeiter beginnt nun die Suche nach Alternativen. Der Handelsverband Bayern betont, dass der Einzelhandel in München zwar weiterhin Personal suche, die Stellen jedoch oft in Randbezirken oder mit geringeren Arbeitszeiten angeboten würden. Ob alle Betroffenen innerhalb des Konzerns unterkommen, bleibt offen.
40 Beschäftigte vor ungewisser Zukunft oder Versetzung
Die Schließung von drei REWE-Filialen in München trifft 40 Mitarbeiter hart. Laut Angaben des Handelsverbandes Deutschland (HDE) führt jede Filialschließung im Einzelhandel im Schnitt zu sechs Monaten Arbeitslosigkeit oder Umschulungsbedarf für die Betroffenen. Für die Beschäftigten beginnt nun eine Phase der Unsicherheit: Werden sie in andere Standorte versetzt, müssen sie sich neu orientieren – oder droht gar der Jobverlust?
REWE betont, man prüfe „soziale Härtefälle“ und biete interne Versetzungsmöglichkeiten an. Doch die Realität sieht oft anders aus. Studien zeigen, dass nur etwa 30 Prozent der Mitarbeiter aus geschlossenen Filialen langfristig im selben Unternehmen bleiben. Der Rest scheidet aus oder findet sich in prekären Beschäftigungsverhältnissen wieder.
Besonders betroffen sind langjährige Kräfte. Eine Verkäuferin, die seit 15 Jahren für REWE arbeitet, müsste bei einer Versetzung plötzlich Pendelstrecken von über 50 Kilometern in Kauf nehmen – oder ihren Beruf aufgeben. Solche Fälle sind kein Einzelfall.
Gewerkschaften fordern daher klare Zusagen: Sozialpläne, Abfindungsregelungen und Unterstützung bei der Stellenvermittlung. Ohne solche Maßnahmen droht vielen der Gang zum Arbeitsamt – in einer Branche, die ohnehin unter Fachkräftemangel leidet.
Kunden reagieren verärgert auf längere Wege zu Alternativen
Die Schließung der drei REWE-Filialen in München trifft nicht nur die betroffenen Mitarbeiter hart. Besonders verärgert zeigen sich Kunden, die plötzlich längere Anfahrtswege zu den nächstgelegenen Alternativen in Kauf nehmen müssen. Im Stadtteil Neuhausen etwa liegt die nächste REWE-Filiale künftig über 1,5 Kilometer entfernt – für ältere oder mobilitätseingeschränkte Kunden eine spürbare Hürde. Sozialverbände warnen bereits vor den Folgen: Laut einer Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands aus 2023 führt die Schließung von Nahversorgern in 40 Prozent der Fälle dazu, dass einkommensschwache Haushalte seltener frische Lebensmittel kaufen.
In sozialen Medien formiert sich Widerstand. Unter Hashtags wie #RettetUnserenREWE teilen Anwohner Fotos von überfüllten Bussen, die sie nun nutzen müssen, um zum Einkaufen zu gelangen. Ein häufiger Vorwurf: Die Standorte seien ohne ausreichende Vorwarnung oder Dialog mit der Nachbarschaft ausgewählt worden. Besonders kritisch sehen es Eltern, deren tägliche Einkaufsrouten sich durch die Schließungen um bis zu 30 Minuten verlängern – Zeit, die bei vollem Terminkalender oft fehlt.
Die Stadt München hatte zwar im Rahmen des Einzelhandelskonzepts 2022 betont, wie wichtig eine flächendeckende Grundversorgung sei. Doch die Realität sieht anders aus. Während Discounter wie Aldi oder Lidl in Randbezirken expandieren, dünnt sich das Angebot in innerstädtischen Lagen aus. Für viele Münchner bedeutet das: höhere Kosten durch längere Fahrten oder der Zwang, auf teurere Bio-Läden auszuweichen.
Ein Lichtblick bleibt die Hoffnung auf Nachmietersuche. Doch bis neue Geschäfte die Lücken füllen, müssen sich die Kunden arrangieren – oder ihre Einkaufsgewohnheiten grundlegend ändern.
REWE plant Neueröffnungen – aber nicht in den betroffenen Stadtteilen
Während REWE in München bis Jahresende drei Standorte schließt, expandiert der Konzern gleichzeitig in anderen Stadtteilen. Allein im laufenden Jahr hat das Unternehmen bundesweit über 50 neue Märkte eröffnet – darunter auch mehrere in Bayern. Die Strategie scheint klar: Filialen in weniger frequentierten Lagen werden zugunsten rentablerer Standorte aufgegeben.
Besonders auffällig ist die Konzentration auf Neubaugebiete und gut erschlossene Einkaufslagen. In München etwa eröffnete REWE erst im Frühjahr einen neuen Markt in der Messestadt Riem, wo die Kundenzahlen seit dem ersten Tag über den Erwartungen lagen. Laut einer aktuellen Studie des Handelsforschungsinstituts Köln (IFH) setzen Supermärkte zunehmend auf „Standortoptimierung“, um die Margen in Zeiten steigender Betriebskosten zu sichern. Die Schließungen in Schwabing-West, Neuhausen und Moosach passen in dieses Muster.
Für die betroffenen Stadtteile bedeutet das: Keine direkten Ersatzstandorte. Stattdessen verweist REWE auf die nächstgelegenen Filialen – die allerdings oft mehrere Kilometer entfernt liegen. In Neuhausen etwa müssen Kunden künftig bis zur Nymphenburger Straße ausweichen, was für ältere oder mobilitätseingeschränkte Bewohner eine Hürde darstellt.
Die Expansion bleibt indes ungebremst. Bis 2025 plant REWE, die Zahl der Filialen in Bayern um weitere 15 zu erhöhen, vor allem in Wachstumsregionen wie Freising oder Erding. Die Logik dahinter ist simpel: Wo die Kaufkraft steigt, folgen neue Märkte – selbst wenn anderswo die Rolläden heruntergehen.
Die Schließung von drei REWE-Filialen in München bis Jahresende markiert einen weiteren Einschnitt im stationären Einzelhandel, der unter steigenden Kosten, veränderten Konsumgewohnheiten und dem Druck durch Online-Händler ächzt. Für die 40 betroffenen Mitarbeiter kommt die Nachricht hart – doch sie unterstreicht einmal mehr, wie fragil selbst etablierte Standorte in Zeiten struktureller Umbrüche sind.
Wer in der Region einkauft, sollte sich frühzeitig über alternative REWE-Standorte oder lokale Läden informieren, besonders in den betroffenen Stadtteilen Neuhausen, Schwabing und Moosach, wo die nächsten Filialen teilweise weiter entfernt liegen. Langfristig wird sich zeigen, ob die Strategie der Konzentration auf größere, wirtschaftlich tragfähige Märkte aufgeht – oder ob München noch mehr leere Ladenflächen verkraften muss.

